SpOn 11.03.2026
11:40 Uhr

Rheinmetall-Gewinn steigt – neues Wachstum durch Irankrieg erwartet


Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat 2025 bei Umsatz und Gewinn jeweils zweistellig zugelegt. Durch die weltweiten Krisen erhofft sich das Unternehmen auch dieses Jahr florierende Geschäfte.

Rheinmetall-Gewinn steigt – neues Wachstum durch Irankrieg erwartet

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall will nach seinem Umsatz- und Gewinnplus 2025 auch dieses ​Jahr deutlich wachsen. Der Konzernumsatz werde um 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro steigen, teilte das Unternehmen angesichts der Ausbreitung weltweiter Krisen und Kriege mit. Die operative Marge im Konzern ‌solle auf 19 Prozent klettern, nach 18,5 Prozent im Jahr 2025.

Waffen von Rheinmetall kommen nach Konzernangaben auch im Irankrieg zum Einsatz. Das Unternehmen will etwa den USA helfen, ihre durch die heftigen Angriffe auf Iran geleerten Raketenarsenale wieder aufzufüllen. Der Auftragsbestand (Backlog) könne sich bis Jahresende auf 135 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. »Die angespannte sicherheitspolitische Lage untermauert die aussichtsreiche Position des Konzerns«, teilte Rheinmetall am Mittwoch weiter mit.

Aktienkurs im Minus

Der Konzern hatte 2025 ​seinen Umsatz um 29 Prozent auf rund 9,9 Milliarden Euro steigern können. Das operative Ergebnis stieg vor Steuern und Sondereffekten um 33 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro. Dazu trug vor allem das margenstarke Geschäft mit ⁠Waffen und Munition bei. Der Auftragsbestand erreichte den neuen Rekordwert von 63,8 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen für 2025 eine kräftig erhöhte Dividende von 11,50 Euro je Anteilsschein erhalten.

Anleger an den Börsen hatten derweil offenbar noch mehr von Rheinmetall erwartet, besonders beim Geschäftsausblick für das laufende Jahr. ‌Der Aktienkurs des Rüstungskonzerns verlor am Mittwoch rund fünf Prozent und zählt damit heute zu den Verlierern im Dax. Die neue Prognose für den operativen Gewinn 2026 liege zwei Prozent unter der Konsensschätzung, wie Analysten mitteilten.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger zeigte sich zur Vorlage der Zahlen dennoch selbstbewusst. »Wir werden gebraucht, wenn es darum geht, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas zu erhöhen und eine wirksame Abschreckung zu schaffen«, bilanzierte er. »Wir haben operativ ein neues Rekordergebnis erzielt und werden die Profitabilität des Konzerns weiter steigern.«

Mehr zum Thema

Bereits seit der Ausweitung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine 2022 buhlen viele Staaten um Kapazitäten der westlichen Rüstungsindustrie, um ihre Streitkräfte zu stärken. Der Irankrieg könnte diese Lage noch mal verschärfen. Rheinmetall hatte jüngst angekündigt, die Raketenfertigung so schnell wie möglich ausbauen zu wollen.

Erst im November hatte sich der Konzern neue Mittelfristziele gesteckt. Der Umsatz soll sich bis 2030 auch dank seiner neuen ​Marine-Sparte auf rund 50 Milliarden Euro erhöhen, fünfmal so viel wie noch 2024. ‌Die operative Marge soll dann bei über 20 Prozent liegen. ‌Vom zivilen Geschäft mit der ​Autoindustrie will sich Rheinmetall dagegen verabschieden, die Transaktion soll nach früheren Ankündigungen noch im ersten Quartal erfolgen. Papperger sprach von einem schweren Schritt.

Der Konzernchef hatte ​Rheinmetall eine neue Struktur mit fünf Sparten verordnet, um das Wachstum stemmen zu ⁠können. Diese umfasst Kampffahrzeuge, Munition, Air Defence, Digitales ​und Marine. ​Mit den neuen Fabriken in Europa will Rheinmetall die Munitionsproduktion nach oben treiben. Der Konzern hatte angekündigt, ab 2027 insgesamt rund 1,5 Millionen Schuss Artilleriegranaten jährlich herstellen zu wollen.

Die Aufrüstung der Bundeswehr hilft der krisengeschüttelten Industrie. Mitverdienen wollen auch Unternehmen, die keine Erfahrung mit Kriegsgerät haben. Lesen Sie hier mehr dazu .

apr/Reuters