Bärbel Bas zieht sich als Arbeitsministerin aus der schwarz-roten Regierung zurück, Alexander Schweitzer soll ihr nachfolgen. Die Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) pochen nun auf eine Frau an der Spitze des Bundesarbeitsministeriums.
»Wir erwarten, dass die Nachbesetzung des Ministeriums mit einer Frau erfolgt. Es gibt kompetente Frauen, die sowohl in die aktuellen Gesetzgebungsverfahren eingearbeitet sind als auch Erfahrungen auf Bundesebene haben«, sagten Ulrike Häfner und Carmen Wegge der »Rheinischen Post«. »Es gibt Frauen, die problemlos das Ministerium übernehmen können. Postengeschacher zwischen Männern stellen wir uns entschieden entgegen«, fügten beide hinzu.
Sie stellten sich damit gegen die Entscheidung der Parteispitze, dass der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Schweitzer Nachfolger der am Montagmorgen zurückgetretenen Bas werden soll. Allerdings erhielt die Ernennung von Schweitzer auch Unterstützung von SPD-Frauen, etwa von der stellvertretenden rheinland-pfälzischen Landesvorsitzenden Doris Ahnen, die Schweitzer als »genau den Richtigen« bezeichnete.
Entscheidung über SPD-Spitze zum Jahreswechsel
Die Partei hatte ursprünglich entschieden, dass es gleich viele Männer und Frauen im Kabinett geben solle. Bisher waren es vier Frauen und drei Männer.
Nach dem Rücktritt von Bas soll ein Bundesparteitag »um den Jahreswechsel« herum über die künftige SPD-Führung entscheiden. »Im Dezember oder Januar« werde »die gesamte Führungsriege der SPD dann zur Wahl anstehen«, sagte der verbliebene SPD-Co-Vorsitzende Lars Klingbeil in Berlin. An einem paritätischen Duo beim Parteivorsitz wolle Klingbeil festhalten. Auf dem Parteitag werde eine Doppelspitze gewählt.
