SpOn 08.10.2026
14:29 Uhr

Samsung meldet höchsten Gewinn eines Techkonzerns überhaupt


Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung profitiert vom KI-Boom: Die riesige Nachfrage nach Speicherchips beschert dem Unternehmen einen gewaltigen Quartalsgewinn von mehr als 70 Milliarden Euro.

Samsung meldet höchsten Gewinn eines Techkonzerns überhaupt

Die Regierung von Südkorea hat sich zum Ziel gesetzt, ihr Land zur führenden KI-Macht neben den USA und China zu entwickeln. Blickt man auf die aktuellen Geschäftszahlen des südkoreanischen Samsung-Konzerns, ist sie damit ein gutes Stück vorangekommen: Dank rasant steigender Preise für Speicherchips hat Samsung im abgelaufenen Quartal so viel verdient wie ​kein anderes Technologieunternehmen zuvor.

Vorläufigen Berechnungen zufolge verneunfachte sich der operative Gewinn auf umgerechnet 71,68 Milliarden Euro, wie Samsung mitteilte. Dies ist der vierte Rekord-Quartalsgewinn in Folge. Der ‌Umsatz stieg zwar um 127 Prozent, blieb mit 130 Milliarden Euro jedoch leicht hinter den Markterwartungen zurück. Samsung will die endgültigen Quartalsergebnisse am 29. Oktober vorlegen.

Durch den weltweiten Bauboom bei Rechenzentren kann die Halbleiterbranche die Nachfrage derzeit nicht decken. Sie erstreckt sich dabei über KI-Hochleistungsspeicher (HBM) hinaus auch auf herkömmliche DRAM- und NAND-Bausteine, die in PCs und Smartphones zum Einsatz kommen. Die Angebotslage wird sich Samsung zufolge frühestens 2028 entspannen. Um die hohen Investitionen in zusätzliche Produktionsanlagen abzusichern, strebt der Konzern langfristige Lieferverträge mit Betreibern von Rechenzentren an.

Wettlauf mit südkoreanischem Rivalen SK Hynix

Hinter dem stark gewachsenen Gewinn steckt vor allem das margenstarke Geschäft mit HBM-Speichern. Diese werden in KI-Rechenzentren benötigt, weil sie Daten besonders schnell zwischenspeichern und ausgeben können. Der Absatz dieser Produkte sei im dritten Quartal im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr vermutlich um 50 Prozent gestiegen, sagte Douglas Kim, Gründer des Analysehauses ‌Douglas Research. Damit könnte Samsung den Rückstand auf den Erzrivalen SK Hynix, den HBM-Weltmarktführer, wohl verringern.

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Trotz des ‌erneuten Gewinnsprungs büßten Samsung-Aktien am Donnerstag an der Börse in Seoul 2,4 Prozent ein. Die Titel von Hynix verloren ähnlich stark, und die Papiere des US-Konkurrenten Micron sanken im vorbörslichen Handel an der Wall Street um drei Prozent.

Der aktuelle Speicherchip-Boom hat für ​Samsung auch Schattenseiten. Während die Halbleitersparte von den steigenden Preisen profitiert, leidet das Geschäft mit Smartphones und Unterhaltungselektronik unter schrumpfenden Gewinnmargen. Die Handysparte machte daher Analystenschätzungen zufolge im dritten Quartal einen ​unerwartet hohen Verlust von umgerechnet etwa 894 Millionen Euro. Hier konkurriert Samsung besonders mit Apple.

Samsung will im laufenden Jahr ⁠die Rekordsumme von 73 Milliarden Euro an seine Aktionäre ​ausschütten. Börsianer erhoffen ​sich Einzelheiten hierzu von der Veröffentlichung der detaillierten Geschäftszahlen Ende des Monats. Die Beschäftigten profitieren ebenfalls vom aktuellen Erfolg des Konzerns. Sie hatten sich im Frühjahr deutlich erhöhte Bonuszahlungen erstritten. 10,5 Prozent des Unternehmensgewinns werden ausgeschüttet, im Schnitt erhält jeder Beschäftigte umgerechnet etwa 290.000 Euro – in der Halbleitersparte oft noch deutlich darüber.

apr/Reuters