Die jemenitische Huthi-Miliz hat erneut den internationalen Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad angegriffen. Zunächst war von Dutzenden teils schwer verletzten Menschen die Rede gewesen. Später erklärte die Luftfahrtbehörde, dass insgesamt 309 Menschen verletzt wurden, einige schwebten am frühen Sonntagmorgen in Lebensgefahr.
Laut der Behörde haben vier der getöteten Menschen die saudisch-arabische Staatsangehörigkeit und zwei die von Bangladesch. Ums Leben kamen auch jeweils eine Person aus den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien sowie aus dem Sudan und den palästinensischen Gebieten.
Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz hatte nach Angaben aus Diplomatenkreisen am Nachmittag gegen 15 Uhr Ortszeit eine Rakete auf den Flughafen abgefeuert. Ein Augenzeuge berichtete, er habe am Flughafen eine Explosion gehört. Ein anderer Augenzeuge sagte, er habe den Einschlag gesehen. »Ich war am Gate 403«, sagte der Zeuge gegenüber AFP. »Ich sah, wie Gate 401 getroffen wurde, ich sah Verletzte direkt vor meinen Augen. Alle rannten.« Der Flughafen sei daraufhin geräumt worden, der Flugbetrieb wurde später vorübergehend eingestellt.
US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten verurteilten die jüngsten Angriffe auf das Königreich Saudi-Arabien scharf. Bei den Angriffen sei auch ein amerikanischer Staatsbürger getötet worden. »Diese verwerflichen Angriffe zeigen eine offenkundige Missachtung für das Leben unschuldiger Zivilisten. Sie müssen sofort aufhören«, schrieb Rubio auf der Plattform X. US-Präsident Donald Trump sagte, die USA würden eine Beteiligung an saudischen Angriffen auf die Huthi prüfen.
The United States strongly condemns the recent attacks on the Kingdom of Saudi Arabia by the terrorist Houthis, including today’s strike on King Khalid International Airport in Riyadh that took numerous innocent lives, including an American citizen.
— Secretary Marco Rubio (@SecRubio) October 10, 2026
These reprehensible attacks…
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Bundesregierung warnt vor Reisen über Riad
Die Bundesregierung rät bis auf Weiteres dringend von der Nutzung des Flughafens Riad ab. Wie das Auswärtige Amt am Samstag in Berlin mitteilte, muss in Saudi-Arabien mit weiteren Luftangriffen sowie mit Beeinträchtigungen des Flugverkehrs gerechnet werden. Auch Spanien und Kanada warnten ihre Staatsangehörigen vor einer Nutzung des Flughafens. Die Fluggesellschaft Kuwait Airways gab die Streichung von zwei Flügen von und nach Riad bekannt und verwies zur Begründung auf die Schließung des Flughafens und die dortige »Sicherheitslage«.
Die Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Zuletzt übernahm sie nach einer Blitzoffensive die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Huthis.
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Nach Beginn des Irankriegs Ende Februar war auch der Konflikt im Jemen wieder eskaliert. Zudem griffen die Huthis mit Drohnen und Raketen verstärkt Flughäfen, Ölanlagen und andere zivile Ziele in Saudi-Arabien an. Der Flughafen von Riad wurde bereits am Donnerstag getroffen, zu dem Angriff bekannten sich die Huthis. Am Samstag gab die Miliz zunächst keinen Angriff bekannt.
