SpOn 09.08.2026
13:55 Uhr

Sudan: Dritter Sommer im Krieg - Papst mahnt internationale Hilfe an


Mehr als 13 Millionen Männer, Frauen und Kinder sind im Sudan vor der Armee und ihren Gegnern, den sogenannten reitenden Teufeln, geflüchtet. In Obeid droht das nächste Massaker. Der Papst warnt.

Sudan: Dritter Sommer im Krieg - Papst mahnt internationale Hilfe an

Papst Leo XIV. hat seine Sorge über die anhaltend »tragische Lage« im Sudan, insbesondere in der Stadt Obeid, geäußert. Er erneuerte seinen Appell an die Verantwortlichen, humanitäre Korridore für die Zivilbevölkerung zu gewährleisten. »Zugleich rufe ich die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Bemühungen um einen sofortigen Waffenstillstand zu unterstützen«, sagte er.

Papst Leo XIV.

Papst Leo XIV.

Foto: ABACAPRESS / IMAGO

Im Sudan tobt seit 2023 ein Krieg um Macht und Ressourcen. Die Kontrahenten: die sudanesischen Streitkräfte (SAF) und die Miliz RSF (Rapid Support Forces). Der seit Jahren andauernde Konflikt hat verheerende Folgen für die Zivilbevölkerung sowie für die Stabilität des Landes und der gesamten Region. Mehr als 13 Millionen Menschen sind auf der Flucht:

  • rund 9 Millionen innerhalb des Sudans,

  • 4,5 Millionen in den Nachbarländern Tschad,

  • Südsudan und Ägypten.

Mit 20 Millionen hungernden Menschen und mehr als 150.000 im Krieg Getöteten gilt der Sudankonflikt als aktuell größte humanitäre Krise weltweit.

In der seit Monaten belagerten sudanesischen Großstadt Obeid bahnt sich nach Uno-Angaben eine humanitäre Katastrophe an.

Flüchtende Menschen versuchen, Richtung Tschad zu gelangen

Flüchtende Menschen versuchen, Richtung Tschad zu gelangen

Foto: Joris Bolomey / AFP

Die Stadt mit üblicherweise rund 500.000 Einwohnern sei überfüllt; in offiziellen Camps der Vereinten Nationen befänden sich Zehntausende Vertriebene, die Nahrungsmittel reichten nicht, der Treibstoff für Hilfstransporte drohe auszugehen.

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Die sudanesische Armee hat derweil diese Woche bei einem Drohnenangriff auf ein Dorf in der Region Darfur nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation 35 Menschen getötet. Die Organisation Emergency Lawyers erklärte, die Armee habe ein traditionelles Gericht in dem von der RSF-Miliz kontrollierten Dorf Garra al-Sawaja attackiert. Dort hätten sich Zivilisten versammelt, um Anhörungen über »örtliche Fälle und Streitigkeiten« beizuwohnen.

Bei dem Drohnenangriff wurden nach Angaben von Emergency Lawyers 35 Menschen getötet und weitere Menschen verletzt. Ein Dorfbewohner sagte der Nachrichtenagentur AFP, unter den Toten seien vier Stammesführer und zwei RSF-Kommandeure.

Sudan erlebt die größte humanitäre Krise unserer Zeit. Es herrschen Tod, Vertreibung, Hunger. Und kaum jemand spricht darüber. Was die Vereinigten Arabischen Emirate damit zu tun haben, erfahren Sie hier.

dop/AFP/KNA