SpOn 14.03.2026
11:30 Uhr

Südkorea: Nordkorea testet erneut ballistische Rakete


Kim Jong Un war gerade erst mit seiner Teenagertochter öffentlich schießen. Nun protestiert der Erbdiktator auf seine Weise gegen ein Militärmanöver von Südkorea und den USA.

Südkorea: Nordkorea testet erneut ballistische Rakete

Die USA und Südkorea haben gerade gemeinsam ein Militärmanöver abgehalten. Nordkorea protestiert – mit dem Abschuss von zehn ballistischen Raketen Richtung Meer.

Die Geschosse seien in der Nähe der nordkoreanischen Hauptstadt ‌Pjöngjang gegen 13.20 Uhr (Ortszeit; 05.30 MEZ) Richtung Osten gestartet worden, teilte der südkoreanische Generalstab am Samstag mit. Das Präsidialamt in Seoul forderte der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge Nordkorea auf, die Raketenstarts einzustellen. Südkorea und die USA hatten fünf Tage zuvor ihr jährliches Manöver begonnen. Ihren Angaben zufolge ist es rein defensiver Natur und zielt darauf ab, die Bereitschaft gegen militärische Bedrohungen aus Nordkorea zu ​testen. Nordkorea dagegen wertet solche Übungen als Angriffsvorbereitung.

Das japanische Verteidigungsministerium teilte mit, eine nordkoreanische Rakete habe eine Höhe von 80 ⁠Kilometern erreicht und sei ⁠340 Kilometer weit geflogen. Der Küstenwache des Landes zufolge stürzte ein Geschoss ins Meer, es handele sich um eine ballistische Rakete. Der japanische Sender NHK berichtete unter Berufung auf Insider im Verteidigungsministerium, das Objekt sei offenbar ‌außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans niedergegangen.

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Im Rahmen des gemeinsamen Manövers übten Hunderte US-amerikanische ​und südkoreanische Soldaten unter ‌der Leitung des Oberbefehlshabers ihrer gemeinsamen Streitkräfte Flussüberquerungsübungen mit Panzern und gepanzerten Kampffahrzeugen. Das US-Militär hat rund 28.500 Soldaten und Kampfflugzeugstaffeln in Südkorea stationiert.

Nordkorea bringt seinen Protest und seine Einwände gegen Manöver der USA, Südkoreas und auch Japans häufig zum Ausdruck. Die Führung in Pjöngjang bezeichnet diese Übungen als »Generalprobe« ‌für einen bewaffneten Angriff der Verbündeten auf Nordkorea.

Nordkorea testet seit mehr als zwei Jahrzehnten eine breite Palette von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern, um die Mittel zum Einsatz von Atomwaffen zu entwickeln, die ‌es vermutlich erfolgreich gebaut hat. Als Folge davon ​unterliegt das weitgehend isolierte Land seit 2006 mehreren Sanktionen ‌des Uno-Sicherheitsrats. Trotz der dadurch entstandenen erheblichen Hindernisse für Handel, Wirtschaft und Verteidigung ‌bleibt die Führung unter ​Machthaber Kim Jong Un aber unnachgiebig.

Am Donnerstag war der südkoreanische Ministerpräsident Kim Min-seok in Washington mit US-Präsident Donald Trump zusammengetroffen, um ​über Möglichkeiten zur Wiederaufnahme des Dialogs mit Nordkorea zu ⁠beraten. Trump sei sehr daran interessiert, jede Gelegenheit ​zu ​nutzen, um mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zusammenzutreffen, erklärte Kim Min-seok vor der Presse.

dop/Reuters