SpOn 12.09.2026
16:30 Uhr

US Open: Alexander Zverev trifft im Finale auf Aufschlagriese Ben Shelton


Der deutsche Tennisprofi Alexander Zverev steht im Finale der US Open. Doch sein junger Gegner Ben Shelton überrascht bei diesem Turnier alle. Wer ist der 23-Jährige aus den USA?

US Open: Alexander Zverev trifft im Finale auf Aufschlagriese Ben Shelton
Huthi-Rebellen bei einer Mobilisierungskampagne am Donnerstag in Jemens Hauptstadt Sanaa.
AP Photo

Nach einem Sieg gegen seinen Landsmann Frances Tiafoe heißt der Gegner von Deutschlands Tennissuperstar Alexander Zverev: Ben Shelton. Zum ersten Mal steht der 23-Jährige aus Florida in einem Grand-Slam-Finale. Zverev und Shelton treffen am Sonntag im Arthur-Ashe-Stadion in New York aufeinander. Wer ist der Mann mit dem härtesten Aufschlag des Turniers?

Die junge Tennishoffnung der USA

Für Shelton geht es am Sonntag um mehr als einen Pokal. Seit Andy Roddick 2003 triumphierte, hat kein US-Amerikaner mehr einen Grand-Slam-Titel im Herreneinzel gewonnen. Über zwei Jahrzehnte lang.

Gleichzeitig ist er der erste Schwarze US-Amerikaner seit Arthur Ashe im Jahr 1972, der das Finale der US-Open erreicht.

Die große Aufmerksamkeit, die Shelton in den vergangenen Tagen erfuhr, schien er zu genießen. Nach jedem Sieg in diesem Turnier posierte er selbstbewusst auf dem Feld. Hielt seine Hand wie einen Telefonhörer ans Ohr. Seine Freundin, die US-Profifußballerin Trinity Rodman tat es ihm auf der Tribüne gleich. Beide breit grinsend.

Ben Shelton 2026 bei den ATP Masters in Canada

Ben Shelton 2026 bei den ATP Masters in Canada

Foto: Graham Hughes / EPA

Zugleich, sagte Shelton über den Trubel um seine Person, müsse er sich gerade darauf konzentrieren, einen kleinen gelben Ball zu schlagen, der sich sehr schnell bewegt. Das wolle er im Finale so tun, wie er es in den vergangenen zwei Wochen getan habe. »Ich habe das Ganze bisher ziemlich gut herunterspielen können«, sagte er am frühen Samstagmorgen auf einer Pressekonferenz.

Was Shelton auszeichnet, ist sein Aufschlag. Etwa 230 Kilometer pro Stunde schlägt der Linkshänder den Ball über das Netz, mehr als die meisten Konkurrenten. Dazu kommt seine gute Athletik. Shelton spielte American Football bis zur Highschool. Die New York Times schrieb über ihn: »Er hebt vom Boden ab, als hätte er Sprungfedern in den Schuhen.«

Der junge Sympathieträger gilt zudem als eigensinnig. Statt zu einer der großen Sportmarken zu wechseln, unterschrieb er beim kleinen Schweizer Hersteller On. Auch weil dort Roger Federer als Teilhaber mitmischt. »Ich wollte nicht einer von fünfzig Nike-Typen sein«, sagte er dazu.

Sheltons größter Sieg

Wie anders war Sheltons Welt noch Ende Juni, als er in der ersten Runde von Wimbledon verlor. Damals verpasste er die Gelegenheit, sein über die vergangenen Jahre rasch weiterentwickelndes Spiel auf den Platz zu bringen.

Schon zweimal stand er zuvor in einem Grand-Slam-Halbfinale, 2023 bei den US Open, 2025 bei den Australian Open. Beide Male verlor er.

Diesmal schaltete er vor dem Halbfinale Tennissuperstar und Favorit Carlos Alcaraz aus. Der Fünfsatz-Krimi endete um 3:33 Uhr morgens.

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Nach seinem Sieg im Halbfinale wurde Shelton emotional. Seine Großmutter war Anfang des Jahres gestorben. Sie habe seinen Vater erst zum Tennis gebracht, sagte er. Ohne sie stünde er heute nicht hier. Sheltons Vater ist Ex-Tennisprofi Bryan Shelton, der in den Neunzigerjahren zwei Einzeltitel gewann.

Zverev ist Favorit

Die Statistik im Finale spricht für Zverev: Fünf Duelle, fünf Siege. Gegen Linkshänder verliert der Deutsche ohnehin selten. 44 von 45 Spielen gewann er.

Doch diesmal dürfte Shelton in seiner bislang besten Form sein. Er ist der mit den stärkeren Aufschlägen und dem größeren Momentum.

»Ich werde alles auf dem Platz lassen«, kündigte Shelton vor dem Finale an. Für die US-Tennis-Geschichte reicht es jetzt schon.

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