Titelverteidiger Carlos Alcaraz ist bei den US Open in einem dramatischen Viertelfinale überraschend gescheitert und hat das späteste Match der Turniergeschichte verloren. Der 23 Jahre alte Spanier musste sich Ben Shelton in einem hochklassigen Match 7:6 (7:5), 1:6, 3:6, 6:1, 6:7 (7:10) geschlagen geben. Der Amerikaner erreichte sein zweites Halbfinale beim Grand-Slam-Turnier von New York und trifft nun in einem US-Duell auf Frances Tiafoe.
Damit ist jetzt schon klar, dass auf jeden Fall ein US-Amerikaner im Finale stehen wird. »Es ist unglaublich. Ich wollte einfach nur bis zum letzten Moment kämpfen«, sagte Shelton am Platzmikrofon, »es ist eine riesige Ehre.«
Nach 4:28 Stunden verwandelte Shelton um 3.33 Uhr Ortszeit unter großem Jubel der immer noch zahlreichen Fans den Matchball im Arthur Ashe Stadium. Der 23-Jährige ist damit potenzieller Endspielgegner von Alexander Zverev, der in der Nacht zu Donnerstag in seinem Viertelfinale auf den Niederländer Botic van de Zandschulp trifft.
Beginn erst um 23.05 Uhr
Das Match von Shelton und Alcaraz begann erst um 23.05 Uhr, dennoch waren die Tribünen anders als bei den nächtlichen Auftritten von Zverev zur gleichen Zeit komplett gefüllt. Nur zwei Männerspiele hatten in der Geschichte der US Open später begonnen. Die knapp 24.000 Zuschauer sorgten für Stimmung. »Olé, olé, olé«-Gesänge schwappten durch das Stadion, Shelton-Fans hielten mit »USA, USA, USA« dagegen.
Sieger Ben Shelton
Foto: Heather Khalifa / APAlcaraz hatte die vorigen drei Duelle mit Shelton souverän gewonnen. Im ersten Satz drehte er noch einen 3:5-Rückstand im Tiebreak. Doch dann streute der Spanier, der zuletzt eine lange Verletzungspause hatte einlegen müssen, ungewohnt viele Fehler ein.
Alcaraz’ Aufbäumen
Shelton nutzte seinen sechsten Breakball im zweiten Satz zum 2:1, ließ ein zweites Break folgen und schaffte um kurz vor 1.00 Uhr Ortszeit den Satzausgleich. Auch den dritten Satz entschied der US-Amerikaner für sich. Nach neun verloren Spielen in Serie fand Alcaraz zwar seinen Faden wieder, doch der große Favorit stand mit dem Rücken zur Wand.
Aus dieser Position hatte Alcaraz aber seine besten und größten Siege gefeiert wie in den French-Open-Finals 2024 (gegen Zverev) und 2025 (gegen Jannik Sinner). Und er schaffte dann auch den Satzausgleich. Im entscheidenden fünften Durchgang war es jedoch Shelton, der sich im Match-Tiebreak für seine Leistung belohnte und jubeln durfte.
