Die Trump-Regierung hat beantragt, die strafrechtlichen Betrugsvorwürfe gegen den indischen Multimilliardär Gautam Adani fallen zu lassen, nachdem dieser mögliche Investitionen in den USA in Aussicht gestellt hat. Zudem erklärte sich das Unternehmen Adani Enterprises bereit, 275 Millionen Dollar zur Beilegung mutmaßlicher Verstöße gegen Iransanktionen zu zahlen, wie das US-Finanzministerium mitteilte.
Adanis Vermögen wird von »Bloomberg« auf 107 Milliarden Dollar geschätzt. Er steht derzeit auf Platz 17 von Bloombergs Liste der reichsten Menschen der Welt und ist demnach aktuell der reichste Mensch Asiens.
Auch die US-Börsenaufsicht SEC legte in der vergangenen Woche ein Zivilverfahren gegen Adani bei, was jedoch noch von einem Gericht gebilligt werden muss.
Adanis neuer Anwalt, der zugleich ein persönlicher Anwalt von US-Präsident Donald Trump ist, hatte Insidern zufolge im vergangenen Monat erklärt, sein Mandant sei bereit, zehn Milliarden Dollar in den USA zu investieren und 15.000 Jobs zu schaffen. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters und die »New York Times« . Damit wiederholte der Anwalt ein Versprechen, das Adani bereits nach Trumps Wahl gegeben hatte – zu dem Zeitpunkt war der Milliardär bereits angeklagt.
Der »New York Times« zufolge habe der neue Anwalt von Adani die Investitionen bei einem Treffen im Justizministerium im April erneut in Aussicht gestellt. Der Anwalt habe eine Präsentation mit insgesamt rund 100 Folien vorgetragen, in der er vorwiegend argumentiert habe, dass es der Staatsanwaltschaft an grundlegenden Beweisen mangele und sie zudem nicht einmal für die Anklageerhebung zuständig sei, heißt es. Auch das nun eingestellte Verfahren gegen Adani Enterprises sowie das SEC-Zivilverfahren seien besprochen worden.
Die Staatsanwälte teilten dem Anwalt laut »New York Times« später mit, dass die möglichen Investitionen bei der Beilegung des Strafverfahrens keine Rolle spielen würden. Dennoch sei das Angebot laut Insidern bei mindestens einem hochrangigen Beamten des Justizministeriums auf positive Resonanz gestoßen, heißt es in dem Zeitungsbericht.
Vorwürfe von Schmiergeldzahlungen
Die Einstellung der Verfahren ist das jüngste Beispiel dafür, dass das US-Justizministerium unter Trump Fälle zu den Akten legt, die unter seinem demokratischen Vorgänger Joe Biden eingeleitet worden waren. New Yorker Staatsanwälte hatten Adani im November 2024 angeklagt.
Adani wurde vorgeworfen, der Zahlung von Schmiergeldern in Höhe von 265 Millionen Dollar an indische Regierungsvertreter zugestimmt zu haben. Damit sollte sich die Tochtergesellschaft Adani Green Energy die Genehmigung zur Entwicklung des größten Solarkraftwerks Indiens sichern.
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US-Ermittlern zufolge beschafften sich Adani und seine mutmaßlichen Mitverschwörer mehr als drei Milliarden Dollar, indem sie Kreditgebern und Investoren die mutmaßliche Korruption verschwiegen und US-Investoren beschwichtigende Angaben zu den Antikorruptionspraktiken des Unternehmens machten. Die Adani-Gruppe hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.
Er gehört zu Indiens Superreichen und ist ein Vertrauter von Premierminister Modi. Die US-Staatsanwaltschaft beschuldigte den Milliardär Adani der Korruption – lesen Sie hier mehr über den Fall in einem Archivtext.
