Die Europäische Fußball-Union Uefa leistet im Machtkampf mit Fifa-Präsident Gianni Infantino weiterhin Widerstand. Trotz des Rückzugs der Fifa-Pläne für eine Öffnung gegenüber externen Investoren will die Uefa an ihrem Boykott der Wettbewerbe des Weltverbandes festhalten.
Die Uefa-Verbände hätten ihre Bedingungen für eine Rückkehr zu Fifa-Wettbewerben klar formuliert. Demnach müsse der Plan zum Verkauf von Anteilen an den wichtigsten Fifa-Wettbewerben zurückgezogen werden und zudem sichergestellt werden, »dass derartige Versuche, den Fußball auf diese Weise zu entstellen, niemals wieder unternommen werden«, so die Uefa: »Diese Bedingungen sind nicht erfüllt«, hieß es weiter. Zudem bekräftigte die Uefa, dass sie das Vertrauen in Infantino verloren habe.
Auch der südamerikanische Verband Conmebol äußerte sich erstmals seit Bekanntwerden der Privatisierungspläne kritisch über das Gebaren des Fifa-Präsidenten.
Dagegen kann Infantino weiter auf Rückhalt aus Afrika zählen. Das Exekutivkomitee des Kontinentalverbandes CAF bekräftigte am Donnerstagabend »einstimmig seine Unterstützung für Fifa-Präsident Gianni Infantino und dankte ihm für seine über Jahre hinweg geleistete, unermüdliche Unterstützung des afrikanischen Fußballs«.
Man begrüße und billige zudem »die gemeinsame Mitteilung von Fifa-Präsident Gianni Infantino und Generalsekretär Mattias Grafström« vom Mittwochabend.
Uefa zeigt sich unbeeindruckt
Die Fifa-Führung hatte am Mittwoch nach einer Krisensitzung ihrer Spitzenfunktionäre in Marokko »Fehler« eingeräumt und für das inzwischen aufgegebene Vorhaben um Entschuldigung gebeten. Zugleich sprach sie Infantino ihre »uneingeschränkte Unterstützung« aus und verwies darauf, dass er als einziger von den 211 Mitgliedsverbänden gewählter Verantwortlicher an der Spitze des Weltverbandes stehe.
Die Unterstützung aus der Fifa-Führung ändere jedoch nichts, entgegnete die Uefa. Die Erklärung stamme von »einigen Personen, die vom Fifa-Präsidenten beschäftigt werden und deren Karriere von seinem Wohlwollen abhängt«.
Infantino, der bislang der einzige erklärte Kandidat für die Wiederwahl im März 2027 ist, steht seit der überraschenden Vorstellung des inzwischen zurückgezogenen Investorenplans massiv in der Kritik. Besonders die Uefa und der nord- und mittelamerikanische Kontinentalverband Concacaf hatten sich entschieden gegen das Vorhaben gestellt.
Am Ende macht Infantino sie doch alle glücklich: Den SPIEGEL-Leitartikel zur Aufregung um den Fifa-Boss lesen Sie hier
