SpOn 24.09.2026
06:58 Uhr

Ukraine-Krieg: Russland greift mit ballistischen Raketen an – Tote in Kyjiw


Raketenfragmente treffen eine Entbindungsklinik, in einem Wohnhaus werden Menschen unter den Trümmern vermutet. Selenskyj fordert mehr Abfangraketen, und ausgerechnet die Slowakei kritisiert Moskau scharf.

Ukraine-Krieg: Russland greift mit ballistischen Raketen an – Tote in Kyjiw

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kyjiw in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Nach ukrainischen Angaben kamen zwei Menschen ums Leben, sechs weitere wurden verletzt. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge wurden Rettungskräfte in mehrere Stadtteile gerufen. Raketentrümmer beschädigten demnach Fenster und die Fassade einer Entbindungsklinik. Auf dem Parkplatz der Einrichtung wurde ein Mensch getötet. Zudem wurde ein Wohnhaus beschädigt, möglicherweise befinden sich dort Menschen unter den Trümmern. Örtliche Medien berichteten von mehreren Bränden.

AFP-Reporter hörten am Donnerstagmorgen rund zehn heftige Explosionen. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor ballistischen Raketen gewarnt, die auf Kyjiw, die umliegende Region und das Gebiet Tschernihiw zuflogen. Militärnahe Telegram-Kanäle berichteten von mindestens 14 Raketen in den ersten drei Angriffswellen.

Slowakei vor Kehrtwende in der Ukrainefrage?

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Angriffe hätten erneut vorwiegend Kyjiw sowie zivile Infrastruktur und Wohnhäuser getroffen. Er forderte härtere Sanktionen gegen Russland und weitere Abfangraketen für die Ukraine. Bereits am Vortag waren bei russischen Angriffen in der Ukraine mindestens sieben Menschen getötet worden. In Kyjiw starben nach Klitschkos Angaben zwei Menschen, 45 wurden verletzt.

Mehr zum Thema

Unterdessen warf der slowakische Präsident Peter Pellegrini Russland vor dem Uno-Sicherheitsrat vor, absichtlich zivile Ziele anzugreifen. Die meisten Angriffe hätten nichts mehr mit militärischen Zwecken zu tun, sagte er. Seine ungewöhnlich scharfe Kritik steht im Kontrast zur Haltung von Ministerpräsident Robert Fico, der EU-Sanktionen gegen Russland wiederholt kritisiert hat und als russlandfreundlich gilt.

Selenskyj kündigte zudem an, zwei in der russischen Region Kursk gefangengenommene nordkoreanische Soldaten an Südkorea zu übergeben. Nordkorea unterstützt Russland im Krieg gegen die Ukraine mit schätzungsweise 14.000 bis 15.000 Soldaten.

fin/dpa-AFX/Reuters/AFP