SpOn 15.07.2026
07:47 Uhr

Ukraine darf mit EU-Geldern laut Bericht chinesische Drohnenteile kaufen


Erst vor Kurzem wurde bekannt, wie eng Russland und China militärisch zusammenarbeiten. Doch auch die Ukraine muss bestimmte Drohnenkomponenten offenbar in China ordern. Und zahlt dafür laut einem Bericht mit EU-Geldern.

Ukraine darf mit EU-Geldern laut Bericht chinesische Drohnenteile kaufen

Die EU bekommt ihre Abhängigkeit von China offenbar auf absurde Weise vorgeführt. Wie die »Financial Times«  berichtet, hat die Ukraine die Erlaubnis erhalten, mit einem Teil ihrer EU-Unterstützungsgelder Drohnenteile aus China zu kaufen.

Peking käme damit eine Doppelrolle zu: Einerseits gilt das Land als wichtigster Unterstützer Russlands, das seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen Kyjiw führt. Recherchen des SPIEGEL und weiterer Partner  hatten zuletzt enthüllt, wie eng China und Russland längst auch an weitreichenden Waffensystemen arbeiten. (Lesen Sie hier mehr  dazu.)

Andererseits ist Chinas Produktion bestimmter Einzelteile offenbar auch für die ukrainische Drohnenherstellung unverzichtbar.

EU-Mittel fließen normalerweise nur nach strengen Prüfungen

Die EU-Unterstützungspakete für Kyjiw sind normalerweise an die Bedingungen geknüpft, das Geld nur für Verteidigungsgüter aus der Europäischen Union, der Ukraine selbst oder verbündeten Staaten wie etwa Kanada zu investieren.

Wollen andere Staaten von ukrainischen Bestellungen durch EU-Mittel profitieren, müssen sie gemeinhin eine strategische Sicherheitszusammenarbeit mit der EU unterzeichnen und die Ukraine nennenswert unterstützen.

Das Vereinigte Königreich hatte eine solche Vereinbarung am Montag unterzeichnet. Darüber sind die Zuwendungen an externe Partner außerhalb derartiger Vereinbarungen gedeckelt: maximal 35 Prozent der Komponenten für einen Auftrag dürfen demnach aus Drittstaaten kommen.

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Doch insbesondere bei Drohnenkomponenten lässt sich der hohe Bedarf durch die europäischen und die engeren, internationalen Partner offenbar nicht decken.

Laut »Financial Times« machte Kyjiw daher von einer Ausnahmeregelung Gebrauch. Lassen sich kritische Teile nicht oder nicht in ausreichender Menge von den genehmigten Partnern beziehen, kann Kyjiw bei der EU eine Sondererlaubnis beantragen, um sich von den Auflagen befreien zu lassen.

Für eine Tranche in Höhe von 5,9 Milliarden Euro – bestimmt für die Drohnenproduktion – sei eine solche Genehmigung von der Ukraine beantragt und von der EU bewilligt worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Insider. Kyjiw habe so Teile in China bestellt, die in Europa nicht in ausreichender Zahl hätten geliefert werden können.

Eine offizielle Bestätigung für die ukrainischen Bestellungen in China gibt es bislang nicht. Die ukrainische Regierung und die EU-Kommission reagierten nicht auf eine Anfrage der »FT«.

fek