SpOn 17.03.2026
07:02 Uhr

Ukraine will russische März-Offensive vereitelt haben


Der russische Vormarsch in der Ukraine stockt. Nun frohlockt Präsident Selenskyj, man habe eine größere Offensive vereitelt. Aus der EU werden zugleich erste Stimmen laut, sich auf Gespräche mit Russland vorzubereiten.

Ukraine will russische März-Offensive vereitelt haben

Der Ukraine ist es nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gelungen, eine für den März geplante strategische Offensive des russischen Militärs zu vereiteln. »Und auch wenn die Attacken stetig sind und die Sturmversuche anhalten, ist ihre Intensität und der Maßstab der Auseinandersetzung nicht so groß, wie die Russen das geplant und ihre Kommandeure das der politischen Führung versprochen haben«, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.

Selenskyj bedankte sich in dem Zusammenhang bei den Einheiten verschiedener Frontabschnitte für ihre Zähigkeit und ihren Durchhaltewillen. Nach Angaben unabhängiger Militärexperten ist der Vormarsch der russischen Truppen zuletzt ins Stocken geraten. An einigen Frontabschnitten, speziell im Süden des Landes, konnten die Ukrainer demnach bei Gegenangriffen sogar Territorium zurückerobern. Die Lage bleibt für die Verteidiger aufgrund des anhaltenden Soldatenmangels allerdings schwierig.

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EU-Ratspräsident António Costa mahnt indes, trotz des laufenden Kriegs sollte sich die Europäische Union auf mögliche Gespräche mit Russland vorbereiten. Es könnte eines Tages nötig sein, die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump um einen Frieden in der Ukraine zu übernehmen, sagte Costa in einem Interview des Nachrichtenagentur-Netzwerks European Newsroom. Denkbar wäre dies nach seinen Worten etwa, wenn Trump mit seinen Anstrengungen scheitern oder aber beschließen sollte, sie nicht mehr fortzusetzen.

»Vorerst besteht unser Hauptbeitrag darin, den Druck auf Russland zu erhöhen«

Costa mahnte zugleich an, bei Kontakten mit Russland keine Alleingänge zu unternehmen. Derzeit sollten Trumps Bemühungen um einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine nicht gestört werden, sagte der frühere portugiesische Regierungschef. »Vorerst besteht unser Hauptbeitrag dazu darin, den wirtschaftlichen Druck auf Russland zu erhöhen und die Ukraine weiterhin mit allen Mitteln zu unterstützen.«

Die gestiegenen Preise für Öl, Gas und Sprit ändern laut Costa nichts an der Strategie der EU: »Wir wollen uns von der russischen Energieversorgung unabhängig machen und nicht mit Russland über den Energiepreis verhandeln.«

mrc/dpa