SpOn 13.03.2026
14:34 Uhr

Ukrainekrieg: Mindestens drei Tote nach russischem Raketenangriff auf Kupjansk


Europäische Verbündete versichern ihre Unterstützung: Der Irankrieg drängt Russlands anhaltende Attacken gegen die Ukraine in den Hintergrund. Ein Vorfall aus der Frontregion Kupjansk zeigt nun, dass das Töten dort weitergeht.

Ukrainekrieg: Mindestens drei Tote nach russischem Raketenangriff auf Kupjansk

In der öffentlichen Wahrnehmung hat sich der Irankrieg derzeit vor den Ukrainekrieg geschoben. Massiv sind nicht nur die direkten Folgen der gemeinsamen Angriffe der USA und Israels gegen Iran. Durch die Verwerfungen an den globalen Energiemärkten sind auch die Menschen in Europa etwa über steigende Kraftstoffpreise an den Tankstellen von dem Konflikt betroffen. Darüber gerät leicht in Vergessenheit, dass auch die russischen Angriffe auf die Ukraine andauern.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sind nun bei einer russischen Raketenattacke in der nordostukrainischen Region Kupjansk nach ukrainischen Angaben drei Menschen getötet worden. Getroffen worden sei ein Bus, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Laut der Zeitung »Kyiv Independent « war der Bus auf einer Route zwischen der Regionalhauptstadt Charkiw und Ortschaften in größerer Nähe zur Front unterwegs.

Bei den Toten handele es sich um den Fahrer und zwei Fahrgäste. Es habe zudem vier Verletzte gegeben. Auch Wohnhäuser seien beschädigt worden. An Bord sollen sich insgesamt 15 Personen befunden haben.

Russische Luftangriffe gab es am Freitag auch auf Hafenanlagen in der Stadt Odessa. Dabei wurde ein Lebensmittellager beschädigt, wie Gouverneur Oleh Kiper auf Telegram mitteilt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf derweil am Morgen zu Gesprächen mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron in Frankreich ein.

Die beiden Staatschefs wollen nach Angaben des französischen Präsidialamts darüber beraten, wie der Druck auf Russland erhöht werden kann, und unter anderem über die Bekämpfung der sogenannten russischen »Schattenflotte« sprechen. Damit sind die häufig veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe gemeint, mit denen Russland die internationalen Sanktionen umgeht. Zudem solle die weitere Unterstützung der Ukraine besprochen werden, erklärte der Élysée-Palast.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien bekräftigen Unterstützung

Macron sagte am frühen Nachmittag, Selenskyjs Besuch zeige, dass man sich von der Unterstützung der Ukraine nicht abbringen lasse. Das Land solle weiterhin die notwendige militärische Hilfe erhalten.

Auch aus Berlin kamen Worte der Unterstützung für Kyjiw. Man dürfe die Ukraine angesichts des Konflikts im Nahen Osten nicht aus dem Blick verlieren, teilte ein Regierungssprecher mit. Die EU habe vereinbart, dem Land weitere 90 Milliarden Euro an Unterstützungsleistungen zukommen zu lassen.

Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Kritik am Schritt der US-Regierung geäußert, Sanktionen gegen russische Öltransporte zeitweise auszusetzen. »Jetzt Sanktionen zu lockern, aus welchen Gründen auch immer, das halten wir für falsch«, sagte Merz.

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Ein Sprecher der britischen Regierung teilte mit, man müsse den Druck auf Russland hochhalten. »Das ist natürlich eine Entscheidung der USA, aber unser Standpunkt ist klar. Alle Partner sollten den Druck auf Russland und dessen Kriegskasse aufrechterhalten«, erklärte ein Sprecher von Keir Starmer gegenüber Reportern.

fek/Reuters/dpa