SpOn 05.10.2026
16:33 Uhr

Ulmer Amtsgericht verhängt Geldstrafen nach deutschlandweiter Sabotageserie


Vor der Bundestagswahl im vergangenen Jahr wurden die Auspuffe von Autos in vier Bundesländern mit Bauschaum verstopft, die Spur führte nach Russland. Nun fiel das Urteil gegen zwei Männer und eine Frau.

Ulmer Amtsgericht verhängt Geldstrafen nach deutschlandweiter Sabotageserie

Nach einer deutschlandweiten Sabotageserie sind die drei Angeklagten vom Ulmer Amtsgericht wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung schuldig gesprochen worden. Sie hatten im Dezember 2024 in vier Bundesländern die Auspuffrohre von Autos mit Bauschaum verklebt. Was nach dem Werk radikaler Klimaaktivisten aussah, soll jedoch auf das Konto russischer Auftraggeber gehen, wie der SPIEGEL berichtete . Nun wurden drei mutmaßliche »Wegwerfagenten« verurteilt.

Die beiden Männer im Alter von 18 und 22 Jahren sollen jeweils 3000 Euro an die Staatskasse zahlen. Die 21-jährige Frau war laut Gericht nur an einer der Taten beteiligt. Sie soll 50 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Die drei Angeklagten, die aus Bosnien, Serbien und Rumänien nach Deutschland gezogen waren, hatten zuvor ein Geständnis abgelegt. Über ihre Anwälte ließen sie verlesen, dass sie die Taten bedauerten. Alle drei wurden nach Jugendstrafrecht verurteilt. Angeklagt war ursprünglich ein weiterer junger Mann. Er ist zwischenzeitlich wegen einer anderen Tat inhaftiert worden.

Die Gruppe beschädigte im Dezember 2024 mehr als 270 Autos in Blaubeuren, Langenau, Ulm (Baden-Württemberg), Neu-Ulm (Bayern), Schönefeld (Brandenburg) und in Berlin. Sie füllte den Bauschaum unter anderem in die Abgasrohre der Fahrzeuge. Zudem klebte sie Aufkleber an die Autos mit dem Slogan »sei grüner!« neben einem Bild des damaligen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne).

Die Spur der Saboteure führte nach SPIEGEL-Informationen jedoch nicht zu militanten Klimaaktivisten – sondern nach Moskau. Ermittler halten die Sabotageserie für den Versuch, auf die damals bevorstehende Bundestagswahl 2025 Einfluss zu nehmen – zuungunsten der Grünen. Nach SPIEGEL-Informationen berichtete einer der Tatverdächtigen den Ermittlern, dass die Taten durch einen wohl serbischen Staatsangehörigen aus Russland in Auftrag gegeben worden seien. 100 Euro je beschädigtem Auto sei ihnen versprochen worden. Die Identität möglicher Auftraggeber blieb aber ungeklärt, die Ermittlungen zu möglichen Hinterleuten wurden eingestellt.

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jml/dpa