Die Vereinigten Arabischen Emirate haben offenbar Dutzende Luftschläge gegen Iran durchgeführt. Wie das »Wall Street Journal« (WSJ) berichtet , sollen die Angriffe in den ersten Tagen des Krieges bis in den April hinein angedauert haben. Sie sollen mit den USA und Israel koordiniert worden sein; beide Länder haben demnach Geheimdienstinformationen für die Attacken geliefert. Laut WSJ sollen zu den Zielen unter anderem Inseln in der Straße von Hormus gezählt haben, der Hafen in Bandar-e Abbas sowie eine Ölraffinerie am Persischen Golf.
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben in den vergangenen Jahren ihre Zusammenarbeit mit Israel massiv ausgebaut, unter anderem sogar Laser-Abwehrsysteme bekommen. Auch deshalb hat Iran den Sieben-Staaten-Bund besonders im Visier.
Wie es in dem Konflikt am Golf weitergeht, ist weiterhin offen. Iran hat US-Präsident Donald Trump am Freitagabend vorgeworfen, zentrale Vereinbarungen des geplanten Rahmenabkommens zu verzerren oder zu ignorieren. Die den Revolutionswächtern nahestehende Nachrichtenagentur Fars schrieb unter Berufung auf informierte Kreise, Trump versuche, einen vorgetäuschten Erfolg zu inszenieren.
Außenamtssprecher Esmaeil Baqaei sagte laut der Nachrichtenagentur Isna, dass Iran und die USA weiterhin Botschaften austauschten. Eine endgültige Einigung sei noch nicht erzielt worden. Baghai erklärte weiter: »Von dem Begriff ›müssen‹ haben wir uns vor 47 Jahren verabschiedet. Wir richten uns nicht nach dem, was andere von uns verlangen, sondern entscheiden auf der Grundlage unserer Interessen und Rechte.« Dieses »müssen» sollte als »wir bitten Sie« interpretiert werden.
Konkret widerspricht Iran laut Fars Trumps Aussagen in drei Punkten:
Erstens habe Trump ignoriert, dass unmittelbar nach Unterzeichnung zwölf Milliarden Dollar aus eingefrorenen iranischen Auslandskonten freigegeben werden müssten. Ohne diese Freigabe werde Iran in keine weiteren Verhandlungsphasen eintreten.
Zweitens enthalte das Abkommen keine Bestimmung zur gebührenfreien Öffnung der Straße von Hormus, hieß es weiter.
Drittens weise Iran die Aussage zurück, das angereicherte Uran solle abgebaut oder vernichtet werden – die Absichtserklärung enthalte keine solche Bestimmung.
Zudem weist Iran auf die Forderung eines vollständigen Waffenstillstands im Libanon hin – im Sinne der libanesischen Hisbollah-Miliz, die von den Ajatollahs protegiert wird.
