Frank Hornig, SPIEGEL:
»Hier in all diesen Kommunen rundherum ist kein Mensch, es ist komplett ausgestorben, es sind nur Einsatzkräfte unterwegs. Ich gehe hier durch einen Wald mit so ein paar Häusern in der Nähe von Bordeaux auf Cap Ferret. Man sieht hier auch abgebrannte Gebäude. Hier hat es vor noch nicht allzu langer Zeit gebrannt. Man sieht auch überall die Asche hier rumliegen und die Zerstörung. Nicht weit von hier entfernt sind auch noch Feuerwehreinsätze, ich bin eben an denen vorbeigefahren. Die ganz große Feuersbrunst ist hier schon vorbei, aber man sieht ein bisschen die Spuren der Verwüstung. Ich war eben in einem Dorf, nicht so weit von hier entfernt, zehn, 15 Minute und habe da mit der Mitarbeiterin des Bürgermeisters gesprochen. Sie hat mir erzählt, wie die Evakuierung lief: Überall haben die Handys gebimmelt, dann kam die Nachricht von den Behörden – 23:59, Samstagnacht: Jetzt werdet ihr evakuiert, ihr müsst alle raus. Und zwar jetzt sofort, noch in dieser Nacht. Sie sagte, das sei ganz schlimm gewesen, die Leute aus den Häusern rauszuholen. Es gab zwei Altersheime, die evakuiert werden mussten. Jetzt ist in dem Ort alles still, kein Mensch ist mehr da. Und sie hält da im Grunde mit dem Bürgermeister noch Wache. Der Bürgermeister war gerade nicht da, als ich sie sprach, weil der Staatspräsident Macron im Moment auch hier ist, damit der sich ein Bild von der Lage machen kann. Und wenn er das sieht, was ich hier sehe – und möglicherweise noch schlimmere Dinge –, dann wird er sich auch fragen können, ob seine Regierung in den vergangenen Jahren eigentlich genug getan hat, wenn es um Prävention geht: genügend Löschflugzeuge bereitzuhalten, denn die sind wirklich Mangelware hier. Und das führt dann dazu: Wenn die Brände einmal außer Kontrolle geraten, ist die Katastrophe da.«