Im Disput zwischen den USA und Kanada erhöht Donald Trump den Druck. Er will kanadischen Firmen den Zugang zum Beschaffungswesen von US-Behörden verwehren. Der US-Präsident wies in einem Post auf Truth Social die eigenen Behörden an, entsprechende Schritte einzuleiten, um Produkte kanadischen Ursprungs von Listen zu entfernen. Auf diesen Listen sind Unternehmen aufgeführt, von denen US-Behörden über Rahmenverträge Produkte und Dienstleistungen beziehen können.
Er weise die Behörden an, »Produkte kanadischen Ursprungs aus den Multiple Award Schedules der GSA zu entfernen«, erklärte Trump, wobei er sich auf ein Programm der Beschaffungsbehörde General Services Administration für langfristige Verträge bezog.
Diese Verträge hätten ein Volumen von mehr als 50 Milliarden Dollar (43 Milliarden Euro) pro Jahr, fügte Trump hinzu. Er knüpfte seine neueste Anweisung an die Forderung Richtung Kanada, US-Firmen, darunter Milchlandwirten, gleichwertigen Zugang zu ihrem Markt zu gewähren.
Der US-Präsident spricht im Zollstreit immer wieder davon, dass es ein Handelsungleichgewicht zulasten der USA gebe. Mit diesem Argument hatte er auch gegen viele andere Länder Zölle verhängt.
Trumps Ankündigung fiel auf den Tag, an dem Gegenzölle, die Kanada auf US-Importe erhebt, in Kraft traten (mehr dazu hier). Betroffen sind nach früheren Angaben aus Kanada Produkte aus den Bereichen Stahl und Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff und Papier sowie Elektronik.
Auch ein Flugzeugbauer gerät in Trumps Fokus
Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada waren zuletzt gescheitert. Die USA hatten danach im August Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt – darunter etwa Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein. Kanada legt daraufhin nun nach.
Am Montag hatte Trump gedroht, den Verkauf von Flugzeugen des kanadischen Herstellers Bombardier in den Vereinigten Staaten zu blockieren. Er rief den in Quebec ansässigen Konzern auf, seine Flugzeuge künftig in den USA zu bauen. »Wenn sie unseren Markt wollen, müssen sie hier produzieren«, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.
Das kanadische Unternehmen erklärte, dass es durch seine Aktivitäten in den USA Zehntausende Arbeitsplätze im Nachbarland geschaffen habe und jährlich über 2,5 Milliarden Dollar bei Zulieferern in den USA ausgebe.
Kanada hat die Handelsgespräche mit den USA abgebrochen und gibt sich selbstbewusst. Finanzminister François-Philippe Champagne erklärt, warum sich sein Land jetzt mit Deutschland und der EU gegen Donald Trump zusammentun sollte. Lesen Sie hier das Interview .
