SpOn 15.10.2026
18:31 Uhr

»Schönes Gassi«-Initiative in Wien: Mit dem Flascherl den Urin vom Hunderl beseitigen


Hunde-Urin kann zur Gefahr für Bäume werden. In einem Wiener Bezirk ist nun eine Aktion gestartet, die dagegen angehen soll. Hundebesitzer können sich kostenlos eine Wasserflasche abholen, um ihren Hunden hinterherzuspülen.

»Schönes Gassi«-Initiative in Wien: Mit dem Flascherl den Urin vom Hunderl beseitigen

Ein Flascherl fürs Hunderl in Wien: Hundebesitzer im Wiener Bezirk Neubau können künftig zum Gassigehen nicht nur eine Tüte fürs Häufchen mitnehmen, sondern auch eine Wasserflasche für Urin. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete, ist diese Woche das Projekt »Schönes Gassi« in dem dicht bebauten Stadtteil gestartet, in dem rund 600 Hunde leben. Herrchen oder Frauchen können dann beim Bezirksamt gratis eine Wasserflasche abholen, um beim Gassigehen den Urin wegzuspülen.

Hintergrund der Aktion in Österreich: Das Beinheben am Baum, für Hunde ein natürlicher Kommunikationsakt, bedeute für die Stadtbäume Stress. Der Urin der Tiere verätze die Rinde, schwäche die Schutzschicht und könne dazu führen, dass Krankheitserreger oder Pilze in den Stamm eindringen, zitierte APA die Initiatorinnen des Projekts. Folge könnten Fäulnis und im schlimmsten Fall sogar eine gefährdete Standfestigkeit eines Baumes sein.

Im Stadtteil Neubau seien in den vergangenen zehn Jahren rund 200 neue Bäume gepflanzt worden, von denen jeder einzelne wichtig für Schatten, Kühlung und ein angenehmes Mikroklima sei.

Mehr zum Thema

Die Methode mit dem »Flascherl« wird laut APA bereits in Spanien, Italien, der Schweiz und Japan angewandt. Hundebesitzerinnen und -besitzer nehmen eine kleine Flasche mit Leitungswasser mit und verdünnen den Urin ihres Hundes direkt nach dem Wasserlassen. Frischer Urin sei gut wasserlöslich und die Verdünnung reduziere die Konzentration von Ammoniak und anderen schädlichen Stoffen deutlich, berichtete APA weiter.

»Wir brauchen in Wien weder eine Stadt voller Hundeverbote noch eine Stadt, in der Hunde überall hinpinkeln dürfen«, zitierte APA die Hundetrainerin Conny Sporrer. »Was wir brauchen, sind Rücksichtnahme, Aufklärung und ausreichend geeignete Möglichkeiten für Hunde, sich zu lösen.«

czl/AFP