Ägyptens WM-Aus sorgt weiter für Ärger beim Gegner. Nach der 2:3-(1:0)-Niederlage im Achtelfinale gegen Argentinien toben die ägyptischen Offiziellen und geben dem Schiedsrichter die Schuld am Ausscheiden. Der Verband legt daher offenbar Beschwerde bei der Fifa ein. Der Verband fordert eine Untersuchung der Entscheidungen des französischen Schiedsrichters François Letexier und seines Teams. Die jüngste Kontroverse entzündete sich an mehreren Entscheidungen während des Spiels gegen die von Lionel Messi (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/lionel-messi/) angeführten Argentinier. Laut der spanischen Zeitung „AS“, die sich auf offizielle Quellen beruft, reichte Verbandspräsident Hany Abo Rida nach der Last-Minute-Niederlage eine formelle Beschwerde gegen Letexier und dessen Schiedsrichterteam ein. Aus Sicht des ägyptischen Fußballverbands spielte der Schiedsrichter (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/schiedsrichter/) eine „entscheidende Rolle“ beim Sieg Argentiniens. Deshalb fordert der Verband nun laut dem Bericht nicht nur eine Erklärung, sondern auch eine Untersuchung der aus seiner Sicht umstrittenen Entscheidungen, die gegen die Nordafrikaner ausgefallen seien. Darüber hinaus sollen die Ägypter sich in ihrer Protestnote dafür einsetzen, das französische Schiedsrichterteam wegen schwerwiegender Fehler vom restlichen Turnier auszuschließen. Nationaltrainer Hossam Hassan, dessen Mannschaft eine 2:0-Führung verspielt hatte, erhob schon direkt nach dem Spiel schwere Vorwürfe (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/wm/article6a4d606adfc0c82fa29097f4/aegypten-argentinien-ganz-klar-manipuliert-nationaltrainer-erhebt-schwere-vorwuerfe.html) gegen den Schiedsrichter und die Fifa: „Ich werde sagen, was ich denke – ganz gleich, welche Konsequenzen das hat. Das war ganz klar ein manipuliertes Spiel, und die ganze Welt hat das gesehen. Wir waren besser als der Weltmeister, aber das Ergebnis ist durch interne und externe Faktoren beeinflusst worden.“ „Argentinier haben Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt“ Und weiter: „Wenn sie unbedingt wollen, dass Argentinien gewinnt, warum lassen sie dann überhaupt alle anderen Mannschaften am Turnier teilnehmen? Die Argentinier haben Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt.“ Es geht vor allem um eine Szene. Unmittelbar vor dem 3:2-Siegtreffer der Argentinier durch Enzo Fernández in der Nachspielzeit (90.+2) hatte dessen Teamkollege Alexis Mac Allister den Ägypter Hamdi Fathi beim Eindringen in den argentinischen Strafraum am Trikot gezogen. „Für mich, und da bin ich relativ deutlich, ist das eigentlich ein Strafstoß“, sagte Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich bei Magenta TV: „Er macht nichts, als das Trikot zu ziehen. Der Impuls ist da, den Spieler dadurch zu hindern, eventuell an den zweiten Ball zu kommen.“ ARD-Schiedsrichterexperte Lutz Wagner erklärte, dass es ein „sehr uncleveres Verhalten“ von Mac Allister gewesen sei. „Da hat Argentinien sehr viel Glück gehabt.“ Aus Sicht der Ägypter war es kein Glück.