Welt 04.08.2026
11:40 Uhr

Antisemitismus-Eklat am Wannsee – Motorbootfahrer beschimpft Schiffsbesatzung


Ausgerechnet am letzten Tag seines Gastspiels am Berliner Wannsee ist das jüdische Kulturschiff „MS Goldberg“ Ziel einer antisemitischen Attacke geworden. Ein Motorbootfahrer soll die Besatzung mit judenfeindlichen Parolen beschimpft haben.

Antisemitismus-Eklat am Wannsee – Motorbootfahrer beschimpft Schiffsbesatzung

Am letzten Tag seines Gastspiels am Wannsee ist das jüdische Kulturschiff „MS Goldberg“ Ziel eines mutmaßlich antisemitischen Angriffs geworden. Darüber berichtet der Berliner „Tagesspiegel“ (verlinkt auf https://www.tagesspiegel.de/berlin/hitler-hat-zu-wenig-juden-vergast-motorbootfahrer-hetzt-gegen-judisches-kulturschiff-auf-dem-berliner-wannsee-15909219.html) . Ein Mann soll die Besatzung von einem vorbeifahrenden Motorboot aus mit judenfeindlichen Parolen beschimpft haben. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt dem Bericht zufolge inzwischen wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Von dem Vorfall, der sich Ende Juli ereignet haben soll, existiert ein Video. Darauf ist nach Angaben des „Tagesspiegel“ zu sehen, wie ein Bootsführer in Richtung des Kulturschiffs ruft: „Fahrt zum Gazastreifen und guckt Euch Eure Mörderei dort an.“ Mehrere Augenzeugen berichten zudem, der Mann habe zuvor geäußert, Hitler habe „zu wenig Juden vergast“. Die „MS Goldberg“, nach eigenen Angaben das einzige jüdische Kulturschiff Berlins, hatte den gesamten Juli über am Wannsee angelegt und dort Theater, Konzerte und Filmabende veranstaltet. Die Besatzung konnte den Mann filmen und fotografieren. Nach Angaben von Intendant Peter Sauerbaum ging am selben Tag zudem eine anonyme E-Mail mit ähnlichen Formulierungen ein. Auch in den sozialen Netzwerken sei das Schiff nach dem Ende seines Gastspiels Ziel feindseliger Kommentare. Unter anderem zitiert der „Tagesspiegel“ Kommentare aus der Online-Plattform Facebook. Für Sauerbaum ist der Angriff kein Grund, das Projekt infrage zu stellen. Man werde sich nicht einschüchtern lassen, sagte er. Die „MS Goldberg“ wolle auch künftig mit Kultur dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und Antisemitismus entgegenzutreten.