Welt 11.10.2026
05:03 Uhr

Bartsch reagiert auf heftige Kritik an Antisemitismus-Vereinbarung in den eigenen Reihen


Rund 120 Linken-Politiker haben scharfe Kritik an einer Vereinbarung zum Thema Antisemitismus der Partei in Berlin geäußert. Dietmar Bartsch weist die Vorwürfe nun zurück.

Bartsch reagiert auf heftige Kritik an Antisemitismus-Vereinbarung in den eigenen Reihen

Linken-Politiker Dietmar Bartsch hat die massive Kritik aus Teilen seiner Partei an der von der Berliner Linken, den Grünen und der SPD vorgestellten Einigung zum Umgang mit Antisemitismus zurückgewiesen: „Es ist kein Zufall, dass es vor allen Dingen Menschen sind, die nie Koalitionsverhandlungen geführt haben, in keinem Landtag vertreten sind und nahezu durchgängig aus dem Westen kommen“, sagte der ehemalige Chef der Linksfraktion im Bundestag dem „Tagesspiegel“. (verlinkt auf https://www.tagesspiegel.de/politik/dietmar-bartsch-zum-eklat-in-der-linken-antisemitismus-darf-nicht-instrumentalisiert-werden-16148620.html) Am Freitag war ein Brief bekanntgeworden, in dem rund 120 Linke (verlinkt auf https://www.instagram.com/p/DeRP4QziGOE/?utm_source=ig_embed&ig_rid=AyMP0iiVpKMi6lGkWKhKgvI) scharfe Kritik an der Einigung äußerten. „Damit wird vor allem Unruhe gestiftet“, sagte Bartsch mit Blick auf das Schreiben. Derlei Bedenken müssten auf Parteitagen vorgetragen werden, wo man um Mehrheiten kämpfen müsse. „Wenn man das nicht hinkriegt, offensichtlich kein Selbstbewusstsein hat, dann muss man es so machen“, so Bartsch in Richtung der Unterzeichner. Auch in einer internen Chatgruppe der Berliner Linkspartei war nach WELT-Recherchen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/plus6ac737c1e51bfb79beba63eb/berliner-parteispitzen-teile-der-linken-duerften-diese-vereinbarung-als-kampfansage-verstehen.html) heftiger Streit um die Vereinbarung entbrannt. Parlamentarier aus dem Berliner Abgeordnetenhaus und dem Bundestag wiesen das Verhandlungsergebnis deutlich zurück. „Ich finde das Papier vollkommen unzureichend und bin erschüttert, dass wir uns so unterworfen haben – mit diesem Start wird es leider nicht das letzte Mal gewesen sein, fürchte ich“, schrieb etwa die neugewählte Berliner Abgeordnete und Vize-Chefin der Landespartei, Martha Kleedörfer. Bartsch wehrte sich zudem gegen eine einseitige Kritik an seiner Partei: „Dass es Probleme mit Antisemitismus gibt, ist unbestritten. Aber das auf die Linke zu reduzieren, ist meines Erachtens völlig inakzeptabel“, sagte er. „Ich sehe, dass dieses Thema von einigen im Zusammenhang mit unserem Wahlergebnis in Berlin instrumentalisiert worden ist.“ Für Berlin warb er dafür, dass seine Partei Regierungsverantwortung übernimmt: „Es gab ein Wahlergebnis. Fulminant für die Linke. Ich bitte darum, dass das alle ernst nehmen.“