Die Länder Europas drängen die Ukraine nach Ansicht von Kremlsprecher Dmitri Peskow zur Fortsetzung des Kriegs gegen Russland. „Die Europäer glauben immer noch, dass man Russland strategisch besiegen kann“, sagte Peskow in einem Interview der Schweizer „Weltwoche“. Dies sei „der größte Fehler überhaupt“. Und mit diesem europäischen Rückhalt sei Kiew nicht flexibel. Die aktuelle Entwicklung in Europa, das aktuell massiv aufrüstet, bewertete der Sprecher von Kremlchef Wladimir Putin (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/wladimir-putin/) als Transformationsprozess. „Europa hat verstanden, dass es keine richtigen Sicherheitsgarantien der USA mehr gibt“, sagte er und kritisierte die Verwendung von Steuergeldern für die europäische Aufrüstung. „Das ist Gehirnwäsche der europäischen Steuerzahler.“ Befürchtungen Europas über eine mögliche Eskalation des Ukraine-Kriegs (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/ukraine-krise/) zu einem Dritten Weltkrieg trat Peskow kategorisch entgegen. „Russland ist zu groß und verantwortungsvoll, um einen Dritten Weltkrieg (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/dritter-weltkrieg/) auszulösen“, betonte er. Auch die USA seien sich möglicher Konsequenzen bewusst. „Wir haben zwar keine guten Beziehungen zur Zeit, aber wir sind klug genug, miteinander zu reden.“ Erneute Angriffe auf Kiew Angesichts der Spannungen infolge des Kriegs in der Ukraine (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/ukraine/) sah Peskow viele Ähnlichkeiten zu den politischen Umständen der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. „Die Militarisierung Europas beunruhigt uns“, sagte er. Daher hoffe er auf eine neue Generation europäischer Politiker. Zu den russischen Politikern äußerte er sich in dem Interview nicht. Russland hat die Ukraine in der Nacht zu Mittwoch erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Kurz nach Mitternacht Ortszeit erschütterte eine Serie von Explosionen Kiew. Im Zentrum war Brandgeruch spürbar, wie ein Reporter vor Ort berichtete. Bürgermeister Vitali Klitschko informierte bei Telegram über mehrere Brände in zwei Stadtteilen. Es seien mehrere Lagerhallen sowie ein weiteres „Nicht-Wohngebäude“ in Brand geraten. Der Luftalarm wurde erst mit Verzögerung nach den ersten Explosionen ausgelöst. Auch die ostukrainische Großstadt Charkiw wurde Behördenangaben zufolge in der Nacht angegriffen. In zwei Bezirken wurden Raketeneinschläge registriert, wie Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mitteilte. Mehr als zehn Häuser seien beschädigt worden.