Nach dem tragischen Tod des walisischen Rad-Talents Finlay Tarling hat die portugiesische Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Zudem wurde eine Autopsie des am Freitag bei dem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug tödlich verunglückten Radrennfahrers gerichtlich angeordnet, wie die Justiz auf Anfrage bestätigte. Der 19-jährige Waliser sei am Freitag Medienberichten zufolge auf der achten Etappe der Volta a Portugal von Melgaco nach Fafe zurückgefallen. Im Bereich der Gemeinde Ponte de Lima sei er bei einer schnellen Abfahrt in einer Linkskurve frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammengestoßen, das nicht zur Rennorganisation gehörte. Die eingeleiteten Ermittlungen sollen unter anderem klären, wie das Fahrzeug noch vor der Durchfahrt des Schlusswagens auf die Rennstrecke geraten konnte. Alkohol- und Drogentest bei Autofahrer negativ Der Fahrer des Fahrzeuges habe aus einem Nebenweg kommend zunächst an der Hauptstraße gewartet, so heißt es, und das Hauptfeld der Rennradfahrer passieren lassen, sagte ein Polizeisprecher im staatlichen portugiesischen TV-Sender RTP. Als dann zunächst keine weiteren Radprofis mehr kamen, habe er umstehende Zuschauer gefragt, ob die Strecke wohl schon frei sei. Da die Umstehenden offenbar irrtümlich davon ausgegangen seien, dass keine weiteren Rennfahrer mehr folgen würden, bog der Mann auf die Rennstrecke ein, wo er wenig später mit Tarling kollidierte. Ein Alkohol- und Drogentest bei dem Fahrer sei negativ gewesen. „Wir könnten nicht stolzer auf ihn sein“ Auf Instagram meldete sich mit etwas Abstand auch die Familie Finlays und bedankte sich für die Nachrichten und Unterstützung seit dem tragischen Tod. Sie fand emotionale Worte. In dem Statement heißt es unter anderem: „Auch wenn unsere gebrochenen Herzen niemals heilen werden, war er nicht nur unser Sohn und Bruder, sondern auch unser bester Freund. Sanftmütig, liebevoll und mit einem ganz besonderen Sinn für Humor – wir werden ihn schrecklich vermissen. Obwohl er erst 19 Jahre alt war, war sein kurzes Leben voller wunderbarer Erlebnisse und Erfolge, und wir könnten nicht stolzer auf ihn sein.“ Der Beitrag endet mit einer Bitte: „Wenn ihr in den nächsten Tagen mit dem Fahrrad unterwegs seid, denkt an ihn, wenn ihr in die Pedale einklickt.“ Tarling feierte seinen größten Erfolg auf der Bahn. Der Waliser gewann als Junior 2023 EM-Silber in der Mannschaftsverfolgung. Sein älterer Bruder Joshua Tarling (22) fährt für das WorldTour-Team Ineos Grenadiers und gewann 2023 unter anderem Bronze bei der Rad-WM im Einzelzeitfahren.