Welt 25.09.2026
03:56 Uhr

„Kann das passieren?“ – „Ja“, sagt der französische Präsident


Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnt vor einer neuen russischen Mobilmachung mit rund 300.000 Mann. Außerdem hält er es für möglich, dass Frankreich Ziel eines ähnlichen Sprengstoffanschlags wie am Flughafen von Leipzig werden könnte.

„Kann das passieren?“ –  „Ja“, sagt der französische Präsident

Der französische Präsident Emmanuel Macron (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article6ab2e97ba15a9fecb668c294/un-versammlung-macron-kritisiert-lage-in-nahost-netanjahu-spricht-von-grotesker-rede.html) hält eine neue russische Mobilmachung für den Krieg in der Ukraine für „glaubwürdig“. „Das heute glaubwürdige Szenario, das häufig geteilt wird, ist eines mit rund 300.000 Mann“, sagte Macron am Donnerstagabend den französischen Sendern TF1 und France 2. Moskau sende ein Signal: „Wir sind bereit, noch größere Opfer zu bringen, um den gesamten Donbass einzunehmen“, fügte Frankreichs Staatschef hinzu. Russland hatte zuletzt 2022 eine „Teilmobilmachung“ von Reservisten angeordnet, nachdem die russische Armee in der Ukraine militärische Rückschläge erlitten hatte. Die damalige Anordnung bezog sich laut Kreml auf rund 300.000 von insgesamt rund 140 Millionen Russen. Sie führte dazu, dass zahlreiche Männer im wehrpflichtigen Alter Russland verließen. Macron erklärte außerdem, es sei möglich, dass Frankreich Ziel eines ähnlichen Sprengstoffanschlags wie am Flughafen von Leipzig Anfang August werden könnte. Frankreich habe bislang noch keine Angriffe dieser Art erlebt, „aber wenn Sie mir die Frage stellen: 'Kann das passieren?', ist meine Antwort 'ja'“, sagte der französische Präsident. Moskau betrachte „Europa als die strategische Tiefe der Ukraine“, fügte er an. Einen Bericht der spanischen ‌Zeitung „El Mundo“, wonach der US-Geheimdienst CIA europäische Regierungen vor möglichen Drohnenangriffen aus dem Mittelmeerraum gewarnt habe, ‌wies Macron zurück. Die CIA habe die französischen Dienste ‌nicht informiert. Anfang August war in Leipzig eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe von ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Der Flughafen ist Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Die Bundesregierung macht Russland für den Anschlagsversuch verantwortlich.