Welt 15.10.2026
05:20 Uhr

Mieten ziehen in Deutschland wieder an – am stärksten in Hamburg


Nachdem sich die Lage zunächst beruhigt zu haben schien, verzeichnet Deutschland den stärksten Mietanstieg seit Anfang 2025. Im Vergleich zum Vorjahr wurden Mieten um 3,7 Prozent teurer.

Mieten ziehen in Deutschland wieder an – am stärksten in Hamburg

Die Mieten für neu angebotene Wohnungen in Deutschland steigen nach einer Phase der Beruhigung wieder stärker. Im bundesweiten ​Durchschnitt legten sie im dritten Quartal um 1,2 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr zu, wie das Kieler Institut ⁠für Weltwirtschaft (IfW) zu seiner Auswertung mitteilte. Dies ist der stärkste Anstieg seit Anfang 2025. Im Vergleich zum Vorjahresquartal beträgt das Plus 3,7 Prozent. Getragen wird die Entwicklung vor allem von Wohnungen im Bestand, während die Mieten für Neubauten weniger stark zulegen. „Nachdem sich die Jahresrate zwei Quartale lang um die Marke von drei Prozent bewegt hat, ⁠nimmt die ​Mietpreisdynamik nun wieder leicht ‌zu“, sagte IfW-Experte Jonas Zdrzalek. So legten die Mieten für Bestandswohnungen im Sommerquartal um 1,2 Prozent zu, jene für Neubauten um 0,6 Prozent. Als mögliche Erklärung nennt das Institut, dass sich bei den hohen Preisen nur ein kleinerer Kreis von Haushalten Neubauwohnungen leisten kann. Den Daten zufolge bleiben Neubauwohnungen in den größten Städten im Schnitt 14 Tage länger auf dem Markt als Bestandswohnungen. Die Entwicklung auf regionaler ‌Ebene ist jedoch sehr unterschiedlich. Besonders stark zogen die Angebotsmieten ⁠im Quartalsvergleich in Berlin (+2,1 Prozent) und ​Düsseldorf (+2,0 Prozent) an, während sie in Köln stagnierten. Im Jahresvergleich ist Hamburg mit einem Plus von 6,7 ⁠Prozent der Spitzenreiter unter den acht größten Städten. Die teuerste Stadt Deutschlands bleibt mit großem Abstand München mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 23,70 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von ‌Frankfurt am Main (17,90 Euro) und ⁠Hamburg (16,50 Euro). Die ‌günstigste im Index erfasste ​Stadt ⁠ist Chemnitz mit 6,30 ​Euro. Die steigenden Mieten bestimmen auch die politischen Debatten. Die Linkspartei – die aus der ‌Wahl ​zum Berliner Abgeordnetenhaus als stärkste Partei hervorgegangen ist – will große private ‌Wohnungsunternehmen ‌vergesellschaften. Vonovia und die Tochter Deutsche Wohnen verfügen in der Hauptstadt und Umgebung über rund 138.000 Wohnungen.