Welt 16.09.2026
20:47 Uhr

Nato nennt russische Behauptung zu Leipzig-Ermittlung absurd


Die Nato nennt Russlands Darstellung zum Drohnenfund in Leipzig absurd. Russlands Außenministerium hatte zuvor von einer angeblichen „ukrainischen Verbindung“ gesprochen.

Nato nennt russische Behauptung zu Leipzig-Ermittlung absurd

Die Nato hat die Darstellung Russlands zurückgewiesen, wonach das Militärbündnis die deutschen Erkenntnisse zu dem Sprengstoffdrohnenfund auf dem Flughafen in Leipzig/Halle (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/plus6aa3aa730f417ae59102e3b6/russlands-drohnen-sabotage-in-leipzig-und-europa-die-spur-der-gemuesedosen-bomber.html) anzweifelt. „Die Behauptung des russischen Geheimdienstes, wonach die Nato keine Belege für eine russische Beteiligung an dem Drohnenvorfall in Leipzig gefunden habe, ist absurd“, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Geheimdienstexperten der Nato seien wie Deutschland zu dem Schluss gekommen, dass Russland hinter dem hybriden Angriff am 4. August stecke. „Russland hat nachweislich immer wieder versucht, verbündete Staaten zu destabilisieren und uns davon abzubringen, die Ukraine zu unterstützen“, fügte der Bündnissprecher hinzu. Russlands rücksichtsloses Vorgehen sei gefährlich. Aber man werde sich nicht davon abbringen lassen, die Ukraine weiter zu unterstützen. Russisches Außenministerium verbreitete eigene Version auf X In einer über X verbreiteten Nachricht des russischen Außenministeriums (verlinkt auf https://x.com/RusBotschaft/status/2100152387604222451) hatte es zuvor unter Berufung auf den russischen Auslandsgeheimdienst geheißen, nach Geheimdiensterkenntnissen der Nato gebe es keine Beweise für eine russische Beteiligung an dem Leipziger Vorfall und Erkenntnisse würden stattdessen auf eine „ukrainische Verbindung“ hindeuten. Berlin mache Russland trotzdem verantwortlich – um massive Ausgaben für die Militarisierung im Jahr 2027 zu rechtfertigen. Russland berief sich auf Informationen seines eigenen Auslandsgeheimdienstes, des SWR. Angeblich sei empfohlen worden, von „eindeutigen und erst recht von öffentlichen Äußerungen über die Schuld Moskaus abzusehen“. Belege wurden nicht angeführt. Eine Recherche von WELT am Sonntag hatte bereits nachgezeichnet, (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/plus6aa3aa730f417ae59102e3b6/russlands-drohnen-sabotage-in-leipzig-und-europa-die-spur-der-gemuesedosen-bomber.html) wie der Drohnenangriff ablief. Der mutmaßliche Hintermann, ein Mann des russischen Militärgeheimdienstes GRA, soll sich inzwischen wieder in Russland befinden. Die mit Sprengstoff präparierte Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle in der Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine vom Typ Antonow AN-124 entdeckt worden. Die Bundesregierung geht von einem russischen Anschlagsversuch aus.