Der Welcome-Drink zur Eröffnungsshow im Schmidts Tivoli löste kurz Irritationen aus, ob man sich beim richtigen Event befinde – gereicht wurde ein Hurricane Crossfire Cocktail. Namensgeber des Rums ist allerdings eine Zeile der Rolling Stones, die aktuell weder beim Hurricane Festival noch bei dieser Ausgabe des Reeperbahn Festivals erwartet werden. Starker politischer Appell für das Festival Die Opening-Show wird zwar traditionell mit Politiker-Reden eröffnet, schließlich finanziert sich das größte Clubfestival Europas als Branchentreff der nationalen und internationalen Musikbranche wesentlich durch Bundes- und Landesmittel, diesmal jedoch geriet sie außerordentlich politisch, was in einen doppelten Appell für eine starke Festivalkultur mündete. Bei der Eröffnungsfeier im Schmidts Tivoli sprach der erste Redner, Staatssekretär Björn Böhning (SPD) vom Bundesfinanzministerium, früh „den Elefanten im Raum\" an: die künftige Finanzierung des Festivals. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos), den die Redner diplomatisch als Partner in der Großen Koalition nicht namentlich nannten, plant die Finanzierung des Festivals für das kommende Jahr um weitere 1,5 Millionen auf drei Millionen Euro zu kürzen und argumentiert, Hamburg profitiere und solle sich daher stärker engagieren. Das gefährdet das Festival in seiner bisherigen Form, das in seinen besten Jahren mit gut acht Millionen Euro gefördert wurde und mit weniger als sechs Millionen Euro in seiner bisherigen Funktion und Bedeutung nicht aufrechtzuerhalten wäre, wie sowohl Reeperbahn-Geschäftsführer Detlef Schwarte als auch der Geschäftsführer der Trägergesellschaft RBX, Alex Schulz, bestätigten (Welt am Sonntag berichtete). Kultur als direkte Investition in die Demokratie Sie hätten die Sorgen gehört und nähmen sie ernst, sagte Böhning. Er könne noch nichts bestätigen: „Aber wir tun unser Bestes für nächstes Jahr.“ Zugleich betonte er, dass keine vergleichbare Veranstaltung so viel Geld vom Bund bekäme wie das Reeperbahn-Festival. Das Festival zu unterstützen, sei eine direkte Investition in die Demokratie, betonten Böhning und der zweite Redner des Abends, Kultursenator Carsten Brosda (SPD). Rund um die Opening Show fanden auf St. Pauli in den Clubs und auf den Open Air Bühnen wie auf dem Spielbudenplatz, bereits die ersten Konzerte statt, bei denen die Besucher viele Entdeckungen machen konnten. Bis Samstag werden etwa 45.000 Besucherinnen und Besucher und etwa 6.000 Fachgäste erwartet. Hunderte Bands, Musiker und Künstler werden in Clubs auf dem Kiez auftreten. Gastland des Festivals ist in diesem Jahr die Ukraine. Zahlreiche Künstler des Landes treten in den Clubs auf. Das volle Programm: www.reeperbahnfestival.com