Welt 11.03.2026
12:48 Uhr

Polizei ermittelt nach weiterem schweren Unglück bei Kupferproduzent Aurubis


Zwei schwere Unfälle innerhalb einer Woche: Nur wenige Tage vor einem tödlichen Unglück beim Kupferproduzenten Aurubis ist bereits ein weiterer Mitarbeiter lebensgefährlich verletzt worden, bestätigte der Konzern.

Polizei ermittelt nach weiterem schweren Unglück bei Kupferproduzent Aurubis

Nach einem tödlichen Arbeitsunfall im Hamburger Aurubis-Werk ist bekannt geworden, dass es zuvor zu einem weiteren schweren Unfall bei dem Kupferproduzenten gekommen ist. Laut Polizei wurde dabei ein Arbeiter lebensgefährlich verletzt. Zuerst hatte das „Hamburger Abendblatt“ berichtet. Der Unfall hat sich nach übereinstimmenden Angaben am 28. Februar in der Rohhütte Werk Ost ereignet. Der Mann habe sich zu dem Zeitpunkt auf einem Kran befunden, sagte ein Polizeisprecher. Die genauen Hintergründe des Unfalls sind noch unklar. Der Mann erlitt Quetschungen. Notarzt und Rettungskräfte kümmerten sich um den Schwerstverletzten und brachten ihn in ein Krankenhaus. Der gegenwärtige Gesundheitszustand des Mannes ist der Polizei nicht bekannt. Nach Informationen des „Hamburger Abendblatt“ wird der Mann immer noch in einer Klinik behandelt. Der Kupferproduzent Aurubis (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/hamburg/article69312f4211f914c89b852426/huetten-in-china-setzen-kupferhersteller-aurubis-unter-druck.html) bestätigte, dass es zu dem Unfall gekommen ist. Ein Konzernsprecher teilte mit, der Vorfall werde untersucht. Der Arbeiter habe sich auf einer sogenannten Kranbahn befunden. Kranbahnen sind Konstruktionen, die häufig in Produktionshallen zu sehen sind. Auf ihnen fährt ein Kran, der oft unter der Decke Lasten durch die Halle bewegt. Unterdessen steht die Belegschaft des Kupferproduzenten weiter unter Schock, nachdem ein 42 Jahre alter Aurubis-Arbeiter am vergangenen Freitag bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Heiße Schlacke hatte den Gabelstapler in Brand gesetzt, auf dem der Mann saß. Der Arbeiter wurde tot aus der Fahrerkabine geborgen, wie die Polizei mitteilte. Ein weiterer Mann wurde leicht verletzt. Der Vorstandsvorsitzende der Aurubis AG, Toralf Haag, sprach den Angehörigen des Verstorbenen Mitgefühl aus und kündigte eine „vollständige und detaillierte“ Aufarbeitung an. Dabei sind viele Fragen noch offen – etwa, wie die weit mehr als tausend Grad heiße Schlacke auf das Fahrzeug gelangen konnte? Aurubis zufolge sei das Unglück bei „routinemäßigen Entleerungsarbeiten eines Kübels“ geschehen. Feuerwehrleute hätten die Flammen schnell unter Kontrolle gebracht. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes dauern an. Aurubis – 1866 als Norddeutsche Affinerie gegründet – ist Europas größter Kupferproduzent und zugleich einer der weltweit führenden Kupferrecycler. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg verarbeitet Kupfererze und komplexe Recyclingmaterialien zu hochreinen Metallen und stellt daraus vielfältige Kupferprodukte her. Kupfer (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/hamburg/article69450f7a51d289ddd122de07/rohstoffunabhaengigkeit-zu-viele-vorbehalte-aurubis-fordert-mehr-kupferminen-in-europa.html) gilt als zentraler Bestandteil für viele wichtige Technologien wie alternative Antriebe, Rechenzentren oder Windenergie.