Welt 22.09.2026
17:17 Uhr

Pralinen-Paket entpuppt sich als tödliche Falle


Eine 42-Jährige soll versucht haben, den Sohn ihres Ex-Partners mit präparierten Süßigkeiten zu vergiften. Der junge Mann bemerkte die Gefahr rechtzeitig.

Pralinen-Paket entpuppt sich als tödliche Falle

Eine 42 Jahre alte Hamburgerin ist am Dienstag wegen des Verdachts des versuchten Mordes festgenommen worden. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft soll die Frau Anfang Juni ein Paket mit Pralinen an den 20-jährigen Sohn ihres Ex-Partners geschickt haben. Die Süßigkeiten sollen nach dem derzeitigen Ermittlungsstand mit verschiedenen Betäubungsmitteln versetzt gewesen sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass ihr Verzehr lebensgefährliche Folgen hätte haben können. Der 20-Jährige wurde den Angaben zufolge jedoch misstrauisch. Statt die Pralinen zu essen, informierte er die Polizei. Die Ermittlungen wurden daraufhin von der Mordkommission des Landeskriminalamts und der Staatsanwaltschaft übernommen. Die Nachforschungen führten schließlich zu der 42-jährigen deutschen Staatsangehörigen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Landgericht einen Haftbefehl sowie einen Durchsuchungsbeschluss. Beamte der Mordkommission nahmen die Frau am Dienstagmittag in ihrer Wohnung unweit der Reeperbahn fest. Bei der Durchsuchung der Wohnung stießen die Ermittler zudem auf eine bislang nicht näher bezeichnete Substanz. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass von ihr eine Gefahr ausgeht, wurde die Feuerwehr hinzugezogen. Die Maßnahmen dauerten am Dienstagnachmittag zunächst an. Fotos vom Einsatz, die das „Hamburger Abendblatt“ veröffentlicht hat, zeigen Feuerwehrkräfte in Chemikalienschutzanzügen an einem Spezialfahrzeug für Dekontaminationsmaßnahmen. Auf weiteren Aufnahmen ist zu sehen, wie Einsatzkräfte einen großen blauen Behälter in einem transparenten Schutzsack abtransportieren. Unklar bleiben die Hintergründe der Tat. Warum nach jetzigem Ermittlungsstand ausgerechnet der Sohn des Ex-Partners Ziel der Sendung geworden sein soll, teilten die Ermittler zunächst nicht mit. Ebenso äußerten sich Polizei und Staatsanwaltschaft nicht dazu, welche Betäubungsmittel sich nach ihren Erkenntnissen in den Pralinen befunden haben. Die 42-Jährige soll einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen dauern an.