Welt 13.10.2026
02:49 Uhr

„Rekrutierungsinstrument für Terroristen“ – Kritik an geplanter Live-Hinrichtung


US-Verteidigungsminister Hegseth möchte die Exekution des Attentäters Nidal Hasan live übertragen lassen. Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, ein Republikaner, äußert große Bedenken.

„Rekrutierungsinstrument für Terroristen“ – Kritik an geplanter Live-Hinrichtung

Der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, hat Vorbehalte gegenüber der geplanten Liveübertragung einer Hinrichtung in den USA geäußert. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte angekündigt, die Hinrichtung des verurteilten Attentäters Nidal Hasan durch ein militärisches Erschießungskommando live zu übertragen. „Die Sorge wäre, dass man ein Video produzieren würde, das als Rekrutierungsinstrument für zukünftige Terroristen dienen könnte“, sagte Johnson am Montag CBS News. „Wir müssen die politischen Auswirkungen all dessen gründlich durchdenken.“ Der Republikaner sagte, er werde sich die Hinrichtung auf keinen Fall ansehen, sollte sie live übertragen werden. Es gäbe auch andere Kollegen, die Bedenken hätten, sagte Johnson noch. Hasan war 2013 zum Tode verurteilt worden, weil er auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im US-Bundesstaat Texas 13 Menschen erschossen und rund 30 weitere verletzt hatte. Hasan wäre der erste Mensch seit Ende des Zweiten Weltkrieges, der durch ein Erschießungskommando des US-Militärs hingerichtet wird. Die Ankündigung der Liveübertragung löste international sowie bei Demokraten wie Republikanern in den USA Empörung aus. Selbst Präsident Donald Trump, ein vehementer Verfechter der Todesstrafe, stellte die Liveübertragung am Freitag in Frage.