Welt 11.10.2026
12:17 Uhr

Tusk und Polens Verteidigungsminister im Fokus? – Warschau geht Hinweis auf Anschlagspläne nach


Alarm in Warschau: Polen untersucht Hinweise zu einem möglicherweise geplanten Anschlag auf den Regierungschef und den Verteidigungsminister des Landes. Ein Krisenstab tagt.

Tusk und Polens Verteidigungsminister im Fokus? – Warschau geht Hinweis auf Anschlagspläne nach

Die polnische Polizei hat nach Angaben des Innenministeriums Hinweise auf einen möglichen geplanten Anschlag auf Ministerpräsident Donald Tusk und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erhalten. Das teilte das Innenministerium am Sonntag mit. Weitere Details zu dem mutmaßlichen Anschlagsplan wurden zunächst nicht bekannt. Für den späten Vormittag war eine Krisensitzung mit Vertretern der Sicherheitsdienste, der Polizei und des Innenministeriums angesetzt. Dabei sollte die Lage erörtert werden, wie Ministeriumssprecherin Karolina Galecka auf X mitteilte. „Dieser Hinweis war beunruhigender als frühere Meldungen dieser Art. Die zuständigen Behörden ermitteln“, sagte Regierungssprecher Adam Szłapka, wie Polens größtes Internetportal Onet (verlinkt auf https://www.onet.pl/informacje/onetwiadomosci/policja-dostala-sygnal-o-planowaniu-zamachu-na-premiera-i-ministra-sluzby-reaguja/gt6s4gx,79cfc278) schreibt. Szłapka teilte TVN24 mit, dass der Premierminister am Sonntag gegen 7 Uhr morgens von den Sicherheitsdiensten über den geplanten Anschlag informiert worden sei. „Die Dienste arbeiten und ermitteln“, so der Regierungssprecher. Er habe keine Informationen über den Täter oder ob dieser bereits gefasst worden sei. In einem Interview mit Polsat News betonte er, dass die Lage zwar „offensichtlich ernst“ sei, der Regierungschef aber derzeit in Warschau „normal arbeite“. Auf die Frage, wie häufig solche Informationen vorkämen, antwortete er, dass „Bedrohungssituationen natürlich vorkommen“, diese jedoch „außergewöhnlich beunruhigend“ sei. Polen bereits seit Wochen in erhöhter Alarmbereitschaft Tusk hatte bereits im September vor einer möglichen Zunahme hybrider Angriffe Russlands auf die Nato-Ostflanke gewarnt. Polen ist als EU- und Nato-Mitglied ein wichtiger westlicher Verbündeter der von Russland angegriffenen Ukraine. Das Land fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet deshalb massiv auf. Die ‌polnischen Behörden ⁠sind auch derzeit ​wegen einer Welle von Gewalt an ⁠ Schulen in erhöhter Alarmbereitschaft. Dabei kam am Donnerstag ein Hausmeister ‌ums Leben. Tusk ist seit Dezember 2023 wieder polnischer Ministerpräsident. Verteidigungsminister Kosiniak-Kamys ist auch Vize-Regierungschef. Das EU- und Nato-Mitglied Polen ist einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine und ein wichtiger Umschlagsort für militärische und humanitäre Hilfsgüter für das von Russland angegriffene Land.