Welt 14.08.2026
11:49 Uhr

Unionspolitikerin will Leihmutterschaft im Ausland unter Strafe stellen


Nach dem Skandal um Jens Spahn fordert die CDU-Politikerin Anne König härtere Regeln bei Leihmutterschaften. Vorbild könnte dabei Italien sein. Dort drohen hohe Geld- und auch Haftstrafen.

Unionspolitikerin will Leihmutterschaft im Ausland unter Strafe stellen

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Anne König will das Strafrecht in Sachen Leihmutterschaft verschärfen. Eine Leihmutter in Anspruch zu nehmen, sollte nicht nur im Inland verboten und strafbewehrt sein, sondern auch für Leihmutterschaften im Ausland gelten, sagte die familien- und frauenpolitische Sprecherin der Unionsbundestagsfraktion der „ Neuen Zürcher Zeitung (verlinkt auf https://www.nzz.ch/deutschland/politik/leihmutterschaft-cdu-politikerin-anne-koenig-will-schaerfere-regeln-ld.10019231?srsltid=AfmBOooHGDd2coLjoOLpFlVmET9I_RCwxrAe91LTNr0tGwm52ys5_Qg-) “. Bislang sind Auslands-Leihmutterschaften straffrei. König sagte: „Wenn wir Leihmutterschaft im Inland aus guten Gründen für ethisch unvertretbar halten, sie verbieten und das strafbewehren, gibt es keinen Grund, dies nicht auch für eine ausländische Leihmutterschaft so zu regeln.“ Sie wies zudem auf die Ungerechtigkeit hin, dass wohlhabende Deutsche das Verbot im Ausland gefahrlos umgehen würden. König positioniert sich damit gegen ihren Parteifreund und früheren Fraktionschef Jens Spahn, der zusammen mit seinem Mann und mithilfe einer Leihmutter in den USA Vater geworden war. Die CDU-Abgeordnete nannte die in Italien geltende Regelung als mögliches Vorbild, wenngleich dort hohe Geld- und auch Haftstrafen drohten. „Wir müssen abwägen, ob bestimmte Sanktionen, wenn auch nicht in dieser Härte, auch für unser Land infrage kommen“, sagte König. In Italien gärt seit Jahren eine hitzige Debatte über das sogenannte Leihmutter-Verbot. Unter anderem war 2014 ein Paar (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article134281882/Paar-muss-Leihmutter-Kind-zur-Adoption-freigeben.html) , das ein Kind durch eine Leihmutter in der Ukraine bekommen hatte, gezwungen worden, den damals Vierjährigen zur Adoption zu geben. Theologin rechnet mit mehr Leihmüttern weltweit Die katholische Salzburger Moraltheologin Angelika Walser bezweifelte indes, ob nationale Regelungen dem Thema gerecht werden. Der weltweite Bedarf an Leihmüttern werde sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erheblich erhöhen, sagte sie der Zeitschrift „ Publik-Forum (verlinkt auf https://www.publik-forum.de/religion-kirchen/leihmutterschaft-ist-natuerlich) “. Es sei darum „eine Illusion, eine ethisch hoch anspruchsvolle Frage mit globaler Dimension allein durch nationale Gesetzgebung regeln zu können“. Walser beklagte eine polarisierte Debatte über das Thema in ihrer Kirche. Ähnlich wie beim Thema Schwangerschaftsabbruch stünden sich zwei Lager unversöhnlich gegenüber, sagte sie. Sehr rasch erhalte eine nachdenkliche und differenzierte Argumentation das Prädikat „nicht katholisch“. Dies erschwere in einer demokratischen Gesellschaft die „gemeinsame Suche nach der Wahrheit mit allen Menschen guten Willens“.