Welt 07.10.2026
12:55 Uhr

„Unwohlsein-Effekt“ – Behörde erteilt Hüpfverbot beim VfL Bochum


Choreografiertes Springen ist auf der Ost-Tribüne im Stadion des VfL Bochum ab sofort untersagt. Sollte es nicht eingehalten werden, droht eine Sperrung.

„Unwohlsein-Effekt“ – Behörde erteilt Hüpfverbot beim VfL Bochum

Um 13.30 Uhr am Sonntag ist das Spiel terminiert. Da empfängt der VfL Bochum in der Zweiten Liga die Arminia aus Bielefeld. Was die Heimspiele im Ruhrstadion betrifft, muss sich der Anhang des VfL auf eine weitreichende Änderung einstellen: Auf der Ost-Tribüne dürfen die Zuschauer künftig nicht mehr gemeinsam rhythmisch hüpfen oder springen. Dies teilte der Fußball-Zweitligist nun mit. Der Grund sei aber nicht eine mangelnde Tragfähigkeit der Tribüne im Stehplatzbereich der Heimfans, sondern vielmehr könne ein „Unwohlsein-Effekt“ bei Zuschauern auftreten. Im Zuge der laufenden Umbauarbeiten des Stadions habe ein Gutachten ergeben, dass „durch gemeinsames, rhythmisches Hüpfen oder Springen, also synchronisierte Bewegungen vieler Menschen, zum sogenannten Trampolineffekt kommen kann, der einen Unwohlsein-Effekt hervorruft“, so der Verein in einer Mitteilung. Sperrung der Ostkurve droht Die Bauaufsichtsbehörde habe daher per Ordnungsverfügung ein „Hüpfverbot“ festgelegt. Dies muss der VfL Bochum (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/vfl-bochum/) umsetzen und kontrollieren. Wird die Anordnung nicht eingehalten, droht im schlimmsten Fall eine komplette Sperrung der Ostkurve für bis zu 10.000 Zuschauer. Das Verbot, darauf weist der Verein hin, „betrifft explizit beispielsweise nicht den Torjubel, sondern lediglich choreographiertes Springen“. Erst mit Abschluss der Umbauarbeiten am Ruhrstadion im Jahr 2028 soll die Einschränkung wieder aufgehoben werden. Ein ähnliches Verbot hatte es bereits 2016 beim 1. FC Magdeburg gegeben. Dort mussten wegen starker Schwingungen und drohender Schäden an der Stahlbetonkonstruktion die Fans auf der Nordtribüne auf rhythmisches Hüpfen verzichten. Das Magdeburger Stadion wurde schließlich bis 2019 umgebaut, die Konstruktion verstärkt und das Verbot wieder aufgehoben.