Welt 20.07.2026
23:59 Uhr

Zehnte Nacht in Folge mit US-Angriffen – Trump schwört Rache für getötete Soldaten


Erneut haben die USA eine Angriffswelle auf den Iran durchgeführt. Unterdessen kündigt Donald Trumps Sprecherin an, dass der US-Präsident zur Ankunft der sterblichen Überreste dreier getöteter Soldaten reisen wird.

Zehnte Nacht in Folge mit US-Angriffen – Trump schwört Rache für getötete Soldaten

Die US-Armee hat am Montagabend eigenen Angaben zufolge eine neue Angriffswelle gegen den Iran durchgeführt. Ziel seien militärische Einrichtungen gewesen, darunter Luftverteidigungssysteme, Kommandozentralen und Startanlagen für Drohnen und Raketen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom mit. So sollen die Möglichkeiten Irans, weiter Handelsschiffe in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus anzugreifen, geschwächt werden. Damit griffen die USA in der inzwischen zehnten Nacht in Folge Ziele der Islamischen Republik an. Im Iran wurden durch örtliche Medien Explosionen in mehreren Gebieten des Landes gemeldet. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen aus Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan und der Hafenstadt Tschahbahar am Golf vom Oman festgestellt. Der regierungstreue Sender Press TV berichtete zudem von US-Angriffen im Gebiet der Stadt Schiras im zentralen Süden Irans. Zuvor hatte Trump Teheran (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/teheran/) mit Rache für die zuletzt getöteten US-Soldaten gedroht. „Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er dafür ein Vielfaches bezahlen“, erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Trump werde am Dienstagabend zu einem Militärstützpunkt im US-Bundesstaat Delaware reisen, um dort die Ankunft der sterblichen Überreste der kürzlich getöteten Soldaten auf US-Boden zu verfolgen, erklärte seine Sprecherin Karoline Leavitt im Onlinedienst X. In den vergangenen Tagen waren im Iran-Krieg drei US-Soldaten getötet worden. Zwei Tote gab es am Freitag bei iranischen Luftangriffen in Jordanien. Bei den beiden Opfern handelte es sich um einen 25-Jährigen aus dem Bundesstaat Hawaii und eine 19-Jährige aus Texas. Wie das US-Militär mitteilte, wurden dort auch weitere, noch nicht identifizierte menschliche Überreste gefunden. Ein weiterer Soldat starb im Irak bei der Vernichtung von Munition aus einer iranischen Drohne. Insgesamt sind seit Beginn des Krieges Ende Februar 17 US-Militärangehörige getötet worden. Britisches Militär meldet weiteren Angriff auf Handelsschiff Die USA und der Iran greifen sich seit einigen Tagen wieder heftig gegenseitig an. Der Iran führte am Montag und in der Nacht zu Dienstag erneut Vergeltungsangriffe in der Golfregion aus. Dabei hat das jordanische Militär nach eigenen Angaben drei iranische Raketen abgeschossen. Die Geschosse seien am Montagabend abgefangen worden, teilte das Militär mit. Bei dem Vorfall habe es weder Verletzte noch Sachschäden gegeben. Aus dem Iran lag zunächst keine Stellungnahme vor. Die iranische Armee meldete stattdessen, sie habe einen US-Stützpunkt in Kuwait angegriffen. „Die Bodentruppen der Armee nahmen die auf dem Stützpunkt Arifjan in Kuwait stationierten Himars-Raketensysteme der US-Terrorarmee mit Boden-Boden-Raketen ins Visier“, erklärte die Armee nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna. In der Straße von Hormus ist unterdessen erneut ein Tanker angegriffen worden. Er sei vor der Küste des Omans von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Der Vorfall ereignete sich demnach acht Seemeilen (knapp 15 Kilometer) nordöstlich des omanischen Ortes Limah.