Ein Moment der Unachtsamkeit im Park, wenige Stunden später endet der Weg zur Kita für ein zweijähriges Mädchen im Krankenhaus: In Neumünster hat ein Kleinkind offenbar Cannabisreste vom Boden aufgehoben und gegessen. Der Vorfall ging glimpflich aus, zeigt aber, welche Folgen bereits kleine Mengen einer Droge für Kinder haben können. Begonnen hatte alles am Morgen des 29. September im Rencks-Park. Das Mädchen war dort mit seiner Mutter unterwegs, als es Cannabisreste aufsammelte, die auf dem Boden lagen. Zunächst blieb offenbar unbemerkt, was genau das Kind in den Mund gesteckt hatte. Erst später schlug die Situation um. Im Kindergarten fiel die Zweijährige durch ungewöhnliches Verhalten auf. Was die Erzieher konkret beobachteten, teilte die Polizei nicht mit. Die Auffälligkeiten waren jedoch so deutlich, dass die Mutter die Tochter aus der Kita abholen musste und sie vorsorglich in ein Krankenhaus brachte. Dort fanden die Ärzte die Ursache. Ein Test reagierte positiv auf Cannabis. Das Mädchen wurde medizinisch überwacht und behandelt. Der in Cannabis enthaltene Stoff THC kann bei Kindern zu Benommenheit, starker Müdigkeit, Gleichgewichtsproblemen oder auffälligen Verhaltensänderungen führen. In schwereren Fällen sind auch Kreislauf- oder Bewusstseinsstörungen möglich. Zum Glück blieb es bei der Zweijährigen in Neumünster bei einem vergleichsweise milden Verlauf. Bereits im Laufe des Tages stabilisierte sich der Zustand des Mädchens. Am Abend konnte die Zweijährige nach Hause entlassen werden. Polizei und Stadt warnen Der Fall zeigt, welche Risiken herumliegende Drogenreste für kleine Kinder darstellen können. Kleinkinder erkunden ihre Umwelt oft mit den Händen und nicht selten auch mit dem Mund. Was Erwachsene kaum wahrnehmen oder achtlos liegen lassen, kann für ein Kind schnell zum Gesundheitsrisiko werden. Polizei und Stadtverwaltung appellieren vor diesem Hintergrund an Eltern und andere Erziehungsberechtigte, insbesondere bei kleinen Kindern aufmerksam zu sein. Unbekannte Gegenstände, Pflanzenreste oder andere Fundstücke sollten nicht in den Mund genommen werden.