|
08.10.2026
12:56 Uhr
|
Treffen mit Putin-Propagandisten: BSW-Europaabgeordnete werben in Moskau für deutsch-russische Gespräche, zeigen Dokumente. Das hat auch Auswirkungen auf Sachsen-Anhalt.

Es ist praktisch, Freunde im Ausland zu haben. Die können einem dann Dinge beschaffen, an die ein unbedarfter Tourist nicht so einfach rankommt. Etwa Karten für das Bolschoi-Theater in Moskau. Bei seinem Besuch im vergangenen Jahr wollte der BSW-Europaabgeordnete Michael von der Schulenburg gerne eine Aufführung des Balletts Shurale anschauen. Zum Glück kannte er jemanden, der ihm die Tickets besorgte – wenn auch jemanden, dessen Hilfe für ihn ein gewaltiges Risiko darstellt. In Moskau jedenfalls scheint sich der Politiker von der mittlerweile als Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft firmierenden Wagenknecht-Partei derart willkommen zu fühlen, dass er vergangenen Juni wiederkam. Auch diesmal begleiteten ihn seine BSW-Europakollegin Ruth Firmenich und der Russlandlobbyist Alexander von Bismarck. Der sagte einem russischen Nachrichtenportal gleich, wie sehr er das Eis im Einkaufszentrum GUM am Roten Platz schätze. Wobei Kultur und Kulinarik eigentlich nicht das Motiv der Besuche sind.