Zeit 09.10.2026
08:00 Uhr

(+) Chinas Industriepolitik: Genug ist genug


Zumindest versucht es Europa mit härterer Abwehr gegen China. Heute verhandelt EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič in Peking. Daran hängt besonders viel für Deutschland.

(+) Chinas Industriepolitik: Genug ist genug
Es sei noch nicht lange her, da h\u00e4tten die Menschen in Zwickau eine andere Geschichte vom Wandel erz\u00e4hlt, sagt Mario Albert. Sie habe davon gehandelt, wie Zwickau in Sachsen zu einem bl\u00fchenden Standort wurde, mit vielen Arbeitspl\u00e4tzen und Investitionen. Mario Albert, 54, ist ein kr\u00e4ftig gebauter Mann mit kurz geschorenen Haaren. Er ist in Zwickau geboren, vor der Wende montierte er im Automobilwerk Sachsenring Trabis. Als die Mauer fiel, wurde er arbeitslos, schlug sich als Dachdecker und auf dem Bau durch. Albert wei\u00df nur zu gut, warum Wandel in seiner Heimatstadt ein gef\u00fcrchtetes Wort ist. Nach der Wende bedeutete es f\u00fcr viele Menschen hier Unsicherheit und Umbr\u00fcche. 1996 fing Albert bei Volkswagen an. Ein Vertrag bei VW sei \u00bbwie ein Sechser im Lotto\u00ab gewesen, sagt er. Er arbeitete erst in der T\u00fcrmontage, stieg zum Teamleiter auf, wurde schlie\u00dflich in den Betriebsrat gew\u00e4hlt, heute ist er dessen Vorsitzender. Bei Volkswagen zu arbeiten, bedeutete in Zwickau nicht nur ein gutes Gehalt und Ansehen, sagt Albert. Sondern auch, angekommen zu sein im wiedervereinten Deutschland.