Zeit 20.03.2026
20:24 Uhr

(+) Demokratieförderprogramm: "Gelegenheit, den Sumpf auszutrocknen"


Versucht die AfD, systematisch das wichtigste Demokratieförderprogramm des Bundes zu hintertreiben? In Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt sieht es ganz danach aus.

(+) Demokratieförderprogramm:
Eine große Herausforderung besteht derzeit darin, dass alle politischen Seiten sich gern auf die Demokratie berufen, aber alle darunter etwas anderes verstehen. Eine Herausforderung, die sich exemplarisch zeigt in Bitterfeld-Wolfen, im Südosten von Sachsen-Anhalt. Dort schlägt Juliane Steudel an einem Montag Anfang März einen dicken Ordner auf und sagt: "Ich glaube, die Leute wissen überhaupt nicht, was wir Ehrenamtlichen stemmen müssen." Steudel, 72 Jahre alt, arbeitet beim Deutschen Roten Kreuz und ist ehrenamtliche Geschäftsführerin des Verbandes Wolfen. Vor ihrer Rente war sie Familienhelferin bei der Diakonie. In dem Ordner vor ihr sind Unterlagen, verfasst in "Behördendeutsch", wie sie sagt. Sie betreffen das "Demokratie leben"-Programm, mit jährlich 187 Millionen Euro das größte Demokratieförderprogramm des Bundes. Mithilfe dieses Programms und unterstützt von der Stadt Bitterfeld-Wolfen hat Juliane Steudels Ortsverband vergangenes Jahr einen Ausflug für ukrainische Jugendliche nach Berlin bezahlt, um ihnen deutsche Geschichte näherzubringen. Nie zuvor sei ein Antrag so unkompliziert gewesen, sagt Steudel. Aber als sie jetzt erneut bei der Stadt anrief, für ein anderes Projekt, habe man ihr gesagt, man wisse nicht, wie es weitergehe.