Zeit 21.03.2026
11:47 Uhr

(+) Franz von Assisi: Der Franziskus-Effekt


Vor 800 Jahren starb Franz von Assisi. Jetzt werden seine Gebeine erstmals öffentlich gezeigt. Fast eine halbe Million Menschen wollen sie sehen. Was treibt sie an? 

(+) Franz von Assisi: Der Franziskus-Effekt
Die kleine Stadt Assisi in Mittelitalien – 28.000 Einwohner – hat in diesen Tagen ein Parkplatzproblem. Man lässt also das Auto im Tal stehen und steigt, ganz Pilger, von Nordwesten her zu Fuß den heiligen Berg hinauf. Die Märzsonne wärmt die umbrische Ebene, die Wiesen am Hang sind schon saftig grün, Knospen kämpfen sich an die Oberfläche, erste Blüten duften, Bienen summen, silbern schimmern die Olivenbäume. Die Pferde auf der Wiese tragen noch Winterfell. Der Blick geht hinauf zum Heiligen Konvent, dessen hohe Mauern weiß strahlen und von hier unten abweisend wirken. Die Begleitfrage der kommenden 24 Stunden stellt sich erstmals: Wie hätte das die Hauptfigur dieser Gegend, der kleine große Franz von Assisi, gefunden? Das Frühlingsschauspiel hätte ihn vielleicht zu Tränen gerührt. Der monumentale Konvent wohl eher abgeschreckt. Das klotzige Hotel Subasio am Ortsrand? Gut, dass er es nie zu Gesicht bekam.