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07.10.2026
15:10 Uhr
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Wenn Kinder ihre Ausbildung abschließen, beginnt für sie eine neue Phase der Unabhängigkeit. Und für die Eltern wird es dann auch Zeit, etwas Neues zu lernen.

Meine Tochter Luna teilte mir neulich mit: »Ich möchte, dass du mein Versuchskaninchen bist.« Ich fragte sie, bei welchem Versuch. »Ich mache meine Abschlussprüfung«, erklärte Luna. Sie werde auf die Befähigung zur Osteopathin geprüft. Jede Schülerin, jeder Schüler muss dazu ein eigenes »Körpermodell« mitbringen, an dem demonstriert wird, was gelernt und verstanden wurde. Ich habe Luna gefragt, ob ich für die Prüfung etwas einstudieren muss oder ob es irgendwelche anderen Voraussetzungen gibt: ein spezielles körperliches Leiden zum Beispiel. »Nein, nein«, war die Antwort. Es werde eine Aufgabe gestellt, eine spezifische Patientenperson mit Symptomen, die müsse untersucht werden, und für diese Untersuchung solle ich als Dummy daliegen, sozusagen eine Fleischpuppe, auch wenn an mir nicht viel Fleisch sei. »Alles, was du mitbringen musst, ist Entspannung und die Fähigkeit, eine Stunde in Unterhose vor fremden Menschen zu stehen.« Das schien mir keine so leichte Aufgabe. Halb nackt und gleichzeitig entspannt rüberkommen. Das letzte Mal, dass ich das machen musste, war bei meiner Musterung (die endete knapp T3, also: »verwendungsfähig mit Einschränkung in der Grundausbildung und für bestimmte Tätigkeiten«).