Zeit 08.10.2026
18:03 Uhr

(+) Sexualisierte Gewalt an US-Unis: Jung, männlich, besoffen – und gewaltaffin?


Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuni Cornell fordern viele die Auflösung von Fraternities. Was die Forschung über sie und ihre Mitglieder weiß.

(+) Sexualisierte Gewalt an US-Unis: Jung, männlich, besoffen – und gewaltaffin?
»Shop still open?« Hinter dieser Nachricht aus einem Gruppenchat verbirgt sich eine Grausamkeit. Sieben Männer sollen eine Studentin unter Drogen gesetzt und stundenlang vergewaltigt haben; ereignet hat sich das mutmaßliche Verbrechen im Oktober 2024 an der Eliteuniversität Cornell im US-Bundesstaat New York. Die Männer, ihre Kommilitonen, schrieben offenbar währenddessen, so geht es aus einer Zivilklageschrift und Recherchen von US-Medien hervor, in einer Snapchat-Gruppe ihrer Studentenverbindung Chi Phi. Es gebe »free pussy« im Verbindungshaus, schrieb einer. Ein anderer, man könne einfach vorbeikommen, seinen Schwanz rausholen. Die Chatgruppe hatte 57 Mitglieder. Später in der Nacht fragte einer: »Shop still open?« – sinngemäß: Hat der Laden noch auf, ist die Ware noch verfügbar? Ein anderer bejahte. Keiner der Männer kam der Betroffenen zu Hilfe.