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31.05.2026
09:11 Uhr
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Sibylle Havemanns Vater war ein bekannter DDR-Regimekritiker, ihre Mutter hat die Familie für die Stasi bespitzelt. Ein letztes Gespräch über ein Jahrhundertleben.

Dieser Artikel stammt aus unserem Ressort X. Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 22/2026. Sibylle Havemann wartet in der Tür ihrer Wohnung im dritten Stock eines Altbaus in Berlin-Prenzlauer Berg. Sie ist 71, sehr schmal, lange blonde Haare. Sie führt in ein Zimmer mit Balkon, an den Wänden Regale mit Schallplatten. Über dem Plattenspieler hängt ein Schwarz-Weiß-Foto ihres Vaters Robert Havemann, eines der bekanntesten Dissidenten der DDR. In der Ecke stehen zwei samtbezogene Sessel. Sie setzt sich, legt ein Bein hoch und zieht eine Decke über sich, ihr ist oft kalt jetzt.