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28.09.2026
18:04 Uhr
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Wieso hat die Bestsellerautorin über einen völlig vergessenen deutschen Naturforscher ein Buch geschrieben? Hier erzählt sie, warum Georg Forster hochaktuell ist.

Vor Andrea Wulf liegt jetzt ein Albatros. Weiß, grau und schwarz ist er, gemalt mit Wasserfarbe. Der rechte Flügel leicht angehoben, der Kopf nach links geneigt. »Ist das nicht cool«, ruft sie aus und zeigt auf die krakeligen Bleistiftnotizen, notiert vor 250 Jahren, an Bord der Resolution, des Expeditionsschiffs von Captain James Cook. Ebenfalls an Bord damals ist ein 17-jähriger deutscher Naturforscher, hochbegabt, zweifelnd, ausgestattet mit Sprachtalent und revolutionärem Geist: Georg Forster. Hier, im Natural History Museum in London, in einem Lesesaal hinter dem Stegosaurusskelett und der Vitrine mit den Mineralien, hat die Autorin Andrea Wulf Georg Forster wiedererweckt. Über Monate hinweg kam sie immer wieder her. Die Bibliothekarin nickt ihr wissend zu, als sie auf einem Wagen einen Stapel großformatiger Zeichnungen Forsters reinrollt. Ihm hat Andrea Wulf, deren Sachbücher Bestseller und vielfach ausgezeichnet sind, nun eine Biografie gewidmet, die dieser Tage in Deutschland erscheint: Der Reisende – Georg Forster und die Entdeckung der Menschlichkeit. Wulf beschreibt Forster auf fast 600 Seiten als genauen Beobachter, der sich sein Wissen nicht nur angelesen, sondern es auf seinen Reisen gesammelt hat. Als Zehnjährigen schleift ihn sein herrischer Vater als Assistenten auf einer langen Expedition durch Russland mit. Der kleine Georg sieht, wie die deutschen Siedler am Ufer der Wolga in Erdlöchern hausen, er übersetzt und sammelt nebenbei Pflanzen.