Zeit 08.08.2026
06:01 Uhr

Brasilien: Abholzung des Amazonas sinkt auf niedrigsten Stand seit 2016


In Brasiliens Amazonasgebiet sind im vergangenen Jahr 2.874 Quadratkilometer Wald zerstört worden, weniger als in den Jahren zuvor. Die Regierung will Abholzung stoppen.

Brasilien: Abholzung des Amazonas sinkt auf niedrigsten Stand seit 2016
Die Zerstörung im brasilianischen Amazonasgebiet durch Abholzung ist auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt gesunken. Im Zeitraum von August 2025 bis Juli 2026 seien 2.874 Quadratkilometer Wald zerstört worden, teilten die Behörden unter Berufung auf Satellitendaten mit. Das seien 37 Prozent weniger als in den zwölf Monaten davor und der niedrigste Stand seit der genauen Erfassung der Abholzung im Jahr 2016. Der seit 2023 in Brasilien regierende linksgerichtete Präsident Luiz Inácio Lula da Silva will die illegale Abholzung des Amazonaswaldes bis 2030 stoppen. Die neuen Zahlen zeigten, »dass wir dieses Ziel erreichen können, wenn wir das derzeitige Tempo beibehalten, mit der bisher gezeigten Ernsthaftigkeit vorgehen und die erforderlichen Ressourcen bereitstellen«, sagte er bei der Vorstellung der Daten in São Paulo. »Wir nehmen das Klimathema in diesem Land sehr ernst, denn wir sind keine Klimawandelleugner.« Lula hat sich zum Schutz des Amazonasgebiets bekannt und strebt im Oktober seine Wiederwahl an. Unter seinem rechtsradikalen Vorgänger Jair Bolsonaro hatte die Abholzung im Amazonasgebiet stark zugenommen und 2022 mit 12.500 Quadratkilometern einen Höchststand erreicht. Bolsonaros Sohn Flavio kandidiert bei der Präsidentschaftswahl im Oktober gegen Lula. Auch Waldbrände sind zurückgegangen Im Kampf gegen den Klimawandel ist der Schutz des Amazonas besonders wichtig. Der Amazonas gilt als »grüne Lunge« des Planeten. Der Regenwald nimmt in großen Mengen Kohlendioxid aus der Erdatmosphäre auf und wirkt damit der Erderwärmung entgegen. Das Überwachungsnetzwerk MapBiomas teilte Ende Juli mit, dass im vergangenen Jahr auch Waldbrände auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten zurückgegangen sind. Mit gut drei Millionen Hektar handelt es sich um die kleinste Fläche seit Beginn der Aufzeichnungen 1983. Im Vorjahr 2024 wurde mit knapp 16 Millionen abgebrannter Hektar der bisherige Höchststand erreicht. Eine beispiellose Dürre hatte vor zwei Jahren die Ausbreitung von Bränden befördert.