|
06.08.2026
15:36 Uhr
|
Bei dem Versuch, auf die spanische Exklave Ceuta zu gelangen, sind mindestens 100 Menschen gestorben. Bis zu 5.000 Migranten halten sich offenbar noch immer dort auf.

Bei dem Ansturm auf die Grenze im spanischen Ceuta in der vergangenen Woche ist die Zahl der Toten auf etwa 100 Menschen gestiegen. Das teilte der Regierungschef der Exklave, Juan Jesús Vivas, mit. Immer noch befänden sich zwischen 3.000 und 5.000 Migranten in Ceuta. »Eine sehr wichtige Erkenntnis aus Ceuta ist, dass wir, um Kontrolle zu haben, natürlich mit unseren Nachbarn zusammenarbeiten müssen, aber solange die Kontrolle vom guten Willen eines Nachbarstaates abhängt, bleiben wir (...) verwundbar«, sagte der EU-Migrationsbeauftragte Magnus Brunner angesichts der Ereignisse. Die Europäische Union müsse alle Hebel, die sie gegenüber Marokko in der Hand habe, einschließlich der Visumpolitik , nutzen, um die Zusammenarbeit in Migrationsfragen sicherzustellen, sagte er weiter. Etwa 1.000 unbegleitete Minderjährige sitzen noch in Ceuta fest In der vergangenen Woche waren etwa 72.000 Migrantinnen und Migranten schwimmend oder über Zäune kletternd nach Ceuta gelangt. Ein Großteil von ihnen ist nach Angaben der spanischen Regierung inzwischen wieder zurückgekehrt, entweder freiwillig oder weil sie von den spanischen Behörden zurückgeschickt wurden. Medien berichteten von Menschen, die an der marokkanischen Grenze zu Ceuta auf der Suche nach ihren rückkehrenden Angehörigen waren. »Nach unseren Informationen der spanischen Behörden wurde eine illegale Weiterreise ins spanische Festland und nach Europa bislang erfolgreich verhindert«, teilte ein EU-Sprecher mit. Schätzungen zufolge sind etwa 1.000 der noch in Ceuta verbliebenen Migrantinnen und Migranten minderjährig. Die spanischen Sicherheitskräfte haben keine rechtliche Befugnis, um unbegleitete Minderjährige aus Ceuta wegzuschicken. Wie es mit ihnen weitergehen soll, ist bislang unklar. Viele seien zunächst provisorisch in Schulen sowie einer Lagerhalle in einem Industriegebiet untergebracht worden, da Ceuta nur über 29 Plätze in einem speziellen Aufnahmeheim für Minderjährige verfügt. Spanische Medien berichteten über fehlende Betreuung und kritische Bedingungen. Viele Menschen schliefen zudem auf der Straße und am Strand, weil das Abschiebezentrum überfüllt ist.