Zeit 28.09.2026
19:00 Uhr

Chemieindustrie: Evonik schlägt Übernahmeangebot von BASF aus


Evonik hat das Übernahmeangebot der BASF vorerst abgelehnt. Offenbar war der angebotene Preis zu niedrig. Der Börsenwert des Spezialchemiekonzerns stieg in der Folge.

Chemieindustrie: Evonik schlägt Übernahmeangebot von BASF aus
Der Spezialchemiekonzern Evonik hat ein Übernahmeangebot seines Rivalen BASF abgelehnt. Zwei interne Quellen teilten der Nachrichtenagentur Reuters zufolge mit, die Offerte sei zu niedrig gewesen. Demnach habe BASF rund 22,15 ​Euro je Evonik-Aktie geboten. Evonik hat bislang nicht auf die Berichte reagiert. Die Aktienpreise des Unternehmens stiegen nach Bekanntwerden der vorerst gescheiterten Übernahme um bis zu 2,5 Prozent auf 19,85 Euro. BASF äußerte sich ebenfalls nicht zu dem genannten Preis. Eine mögliche Übernahme würde das eigene Kerngeschäft jedoch stärken und ergänzen. »Unsere Bewertung basiert auf einem Synergiepotenzial, das nur unter Einbindung von Evonik verifiziert werden kann.« Das Angebot ⁠entspricht einem Aufschlag von gut 28 Prozent auf den Evonik-Aktienkurs vor ​dem Bekanntwerden erster Übernahmespekulationen in der vergangenen Woche. Somit wird das Essener Unternehmen mit 14 Milliarden Euro bewertet. Die beiden Unternehmen hatten am Freitag entsprechende Sondierungsgespräche bestätigt. Für BASF wäre es eine der größten Übernahmen in der Firmengeschichte gewesen. Ähnlich groß waren bisher der Erwerb der Saatgut- und Herbizidgeschäfte ‌von Bayer im Jahr 2018 für ‌7,6 Milliarden Euro sowie der Kauf des US-Katalysatorherstellers Engelhard 2006 für ​4,8 Milliarden US-Dollar. Gewerkschaft zweifelt an Übernahme Auch das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium zeigte sich interessiert an einer möglichen Verschmelzung der beiden Unternehmen. Man verfolge die Entwicklung sehr aufmerksam, sagte Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne). Bei einer möglichen Übernahme käme der RAG-Stiftung , die knapp 44 Prozent der Evonik-Anteile hält, eine Schlüsselrolle zu. Im ​Kuratorium der Stiftung ist das Land NRW durch Ministerpräsident Hendrik ‌Wüst vertreten. Die Chemiegewerkschaft IGBCE meldete derweil Zweifel an den Übernahmeplänen an. Vor einer möglichen Verschmelzung der beiden Chemieunternehmen blieben viele offene und kritische Fragen zu klären, sagte der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis in Hannover. Auch für die Beschäftigten ​beider Konzerne müsse es Zukunftsperspektiven und Investitionszusagen geben. Ähnlich äußerte sich auch Neubaur: »Jede Lösung muss ⁠sich daran messen ​lassen, ob sie den Investitionen an ‌den ⁠Standorten ​in Nordrhein-Westfalen und den Menschen, die dort arbeiten, ​eine Zukunft gäbe.«