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29.09.2026
09:47 Uhr
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Bund, Länder und Gemeinden nehmen immer mehr Schulden auf. Am meisten schuldet der Bund, der durch zwei Sondervermögen viel Geld geliehen hat.

Deutschlands Staatsschulden sind trotz verbesserter Konjunktur durch Ausgaben für Infrastruktur und die Bundeswehr weiter gestiegen. 2753,5 Milliarden Euro Schulden hatten Bund, Länder und Gemeinden zum Ende des zweiten Quartals laut Statistischem Bundesamt. Dies entspricht einem Anstieg um 1,0 Prozent oder 26,3 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorquartal. Der Bund verursachte den größten Teil des Zuwachses, aber auch die Schulden der Länder und Kommunen nahmen zu. Den Statistikern zufolge erhöhte allein der Bund seine Verschuldung um 20,5 Milliarden Euro oder 1,1 Prozent auf 1907,1 Milliarden Euro. Maßgeblich für diese Entwicklung waren Ausgaben aus zwei Sondervermögen. So stiegen die Schulden des »Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität« um 13,8 Milliarden Euro und die des »Sondervermögens Bundeswehr« um 4,2 Milliarden Euro. Die Länder hatten 646,2 Milliarden Euro Schulden, was ein Plus von 0,5 Prozent war. Die Kommunen nahmen mit 200,2 Milliarden Euro 1,5 Prozent mehr Schulden auf. Die Verbindlichkeiten der Sozialversicherung sanken hingegen minimal auf 9,1 Millionen Euro. Neuverschuldung trotz besserer Konjunktur Unter den Bundesländern gab es den prozentual stärksten Schuldenanstieg in Baden-Württemberg mit drei Prozent, was mit vorgezogenen Finanzierungen begründet wurde. Den deutlichsten Rückgang an Schulden hatte Niedersachsen mit 2,3 Prozent. Dort waren die meisten Kredite bereits im ersten Quartal aufgenommen worden, sodass im Frühjahr planmäßige Tilgungen stattfanden. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sagen in ihrer Herbstprognose für die Bundesregierung für das laufende Jahr ein staatliches Finanzierungsdefizit von 4,1 Prozent voraus, nach 3,0 Prozent im vergangenen Jahr. 2027 soll es auf 4,7 Prozent steigen. Die Neuverschuldung soll demnach trotz verbesserter Konjunktur steigen. Die deutsche Wirtschaft war dank steigender Exporte und staatlicher Investitionen zuletzt drei Quartale in Folge gewachsen. Die Institute haben deshalb ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im laufenden Jahr von 0,6 auf 1,3 Prozent mehr als verdoppelt sowie für 2027 von 0,9 auf 1,1 Prozent angehoben.