Zeit 14.08.2026
15:41 Uhr

Einstieg von Italo: Deutsche Bahn klagt gegen Wettbewerbs-Vorgaben der Bundesnetzagentur


Die DB will ihre Fernverkehrsstrecken nicht mit Konkurrenten teilen und zieht deshalb vor Gericht. Hintergrund ist der geplante Einstieg des italienischen Konzerns Italo.

Einstieg von Italo: Deutsche Bahn klagt gegen Wettbewerbs-Vorgaben der Bundesnetzagentur
Die Deutsche Bahn (DB) klagt gegen den Beschluss der Bundesnetzagentur, auf ihren Fernverkehrsstrecken mehr Platz für Konkurrenten zu machen. Die für Infrastruktur zuständige Bahn-Tochter DB InfraGo werde vor dem Verwaltungsgericht Köln ein Eilverfahren gegen den Beschluss anstreben, teilte der bundeseigene Konzern mit. Ziel sei es, »die rechtliche Grundlage, Verhältnismäßigkeit und praktische Umsetzbarkeit der behördlichen Anordnungen gerichtlich klären zu lassen«. Dem Beschluss der Bundesnetzagentur zufolge muss die Bahn auf ​stark ausgelasteten Strecken mindestens ein Viertel der Kapazitäten an Wettbewerber vergeben. Damit soll ‌sichergestellt werden, ⁠dass mindestens ein konkurrierender Anbieter zum ​Zuge kommt. Hintergrund der Anordnung ist eine Beschwerde des italienischen Verkehrsunternehmens Italo , das ab April 2028 in den deutschen Markt einsteigen ​will. Bahn fürchtet Konflikte bei Trassenvergabe Die Bahn kritisierte, dass die Trassenvergabe durch den Beschluss deutlich komplizierter werden könnte. Die Verkehrsunternehmen melden jedes Jahr bei DB InfraGo die Trassen an, auf denen sie während einer Fahrplanperiode unterwegs sein wollen. Immer wieder kommt es dabei zu Konflikten, denn die Kapazitäten sind eng begrenzt: Fern-, Nah- und Güterverkehr teilen sich in Deutschland dasselbe Schienennetz. Die Bundesnetzagentur zeigte sich von der Klage nicht überrascht. Die ⁠von der ​Bahn vorgetragenen Argumente seien bereits im Verfahren berücksichtigt ‌worden, teilte die Behörde mit. Ein fairer Wettbewerb trage zu mehr Auswahl und günstigeren Preisen für die Reisenden ‌bei. Im Schienenpersonenfernverkehr verfüge die DB Fernverkehr AG mit rund 93 Prozent weiterhin ​über einen stark konzentrierten Marktanteil. Der bekannteste Wettbewerber ist das Münchner Unternehmen Flix. Dieses hatte für 2028 ebenfalls eine Offensive im Fernverkehr angekündigt – mit neuen Zügen und Verbindungen.