Zeit 13.03.2026
14:14 Uhr

Emojis: Bilderrätsel


Es gibt neue Emojis. Während einige sehr zeitgemäß daher kommen – selbst der im Pelz –, geben andere Rätsel auf. Warum gerade jetzt, fragt man sich.

Emojis: Bilderrätsel
Es gibt im Wortsinn keine bedeutenderen Influencer auf der Welt als die Emojis – ursprünglich ja erfunden, um das Textverständnis zu beeinflussen und Missverständnisse auszuräumen. "OK", schreibst du, "OK", aber was ist das genau für ein "OK"? Genervtes "OK" 🙄 ? Begeistertes 🤩 ? Egales 🤷‍♂️ ? Neue Emojis kommen in die Welt, indem man sie als Vorschlag einreicht beim Emoji Subcommittee des Unicode-Consortiums, des bedeutendsten Gremiums, von dem Sie noch nie gehört haben. Dessen Mitglieder werden bestellt aus Vertretern der Techgiganten, Universitäts- und Behördengesandten. Sie befinden, welche Emoji-Vorschläge angenommen sind (darstellbar, fehlend und zeitrelevant), und dann, einmal im Jahr, annoncieren sie diese neuen Bildchen, die wir bald darauf schon auf unseren Smartphones entdecken. Steile, ein bisschen überdrehte, aber nicht ganz unsinnige These: Nirgends drückt sich der Zeitgeist sichtbarer aus als in den neuesten Emojis. Vergangene Woche nun ging die jüngste Generation auf den iPhones dieser Welt live (Apple implementiert die Entscheidungen wohl zumeist am schnellsten). Diese, Trommelwirbel, sind: Ein Smiley, der ausschaut, als platze ihm der Kopf; eine Posaune; ein Steinschlag; eine Kampf-Wolke, wie wir sie von Raufereien aus Cartoons kennen; Bigfoot; ein Orca; eine Balletttänzerin; eine Schatztruhe. Die Notwendigkeit der ersten vier Emojis für 2026 liegt vollkommen auf der Hand. Uns allen explodiert der Kopf, wir alle erwarten jeden Augenblick das Schmettern der Posaunen des Jüngsten Gerichts, die Welt stürzt allerorten donnernd zu Tal, alles liegt mit allem im Clinch. Aber Orca, Balletttänzerin und Schatztruhe? Rätselhafter. Hat nicht Timothée Chalamet, dem auch die ganze Welt an den Lippen hängt, gerade erst erklärt, das Ballett sei eine sterbende Kunstform? Orca: Es kommt absehbar keine Neuauflage von "Free Willy", das ist eine unhippe Kreatur, bestenfalls retro. Schatztruhe: Eine leere Kasse wäre sehr viel brauchbarer gewesen. Bigfoot ist am interessantesten. Was soll Bigfoot bezeichnen? Wahrscheinlich unser paranoides Weltgefühl. Da raschelt was, da meint man, Schemen zu erkennen. Da ist was Monströses im Busch: Ja. Das ist 2026.